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1:0 gegen Eintracht Frankfurt : Darmstadt 98 triumphiert im Hessen-Derby

Darmstadt 98 gewinnt das Derby in Frankfurt mit 1:0 und verschärft die sportliche Krise der Eintracht. Die Polizei verhinderte Ausschreitungen.

Der Darmstädter Aytac Sulu (links) freut sich mit Sandro Wagner über seinen Treffer.
Der Darmstädter Aytac Sulu (links) freut sich mit Sandro Wagner über seinen Treffer.Foto: dpa

Im ersten Duell zwischen Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt seit mehr als 33 Jahren siegte der Aufsteiger mit 1:0 (1:0). Für die „Lilien“ bedeutete der Sieg in einem hitzigen Derby das nächste große Highlight nach ihrem Durchmarsch von der Dritten in die Erste Liga. Kapitän Aytac Sulu beendete zudem mit seinem Tor in der 30. Minute eine kleine Negativserie von fünf Spielen ohne Sieg. Gegen die Eintracht hatte Darmstadt bislang nur einmal vor 36 Jahren gewinnen können und liegt nun vier Zähler vor Frankfurt. Die Gastgeber haben nach nur einem Sieg in den vergangenen elf Spielen nur noch einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz der Fußball-Bundesliga.

"Wir stehen sehr kompakt und da wird es richtig schwer gegen uns", sagte Darmstadts Stürmer Sandro Wagner. "Außerdem hatten wir heute den absoluten Willen." Die Brisanz des Nachbarschaftstreffens war sofort spürbar. Beide Mannschaften gingen physisch äußerst engagiert ans Werk. Erste Nickligkeiten ließen nicht lange auf sich warten. Stefan Aigner grätschte Darmstadts Fabian Holland (3.) weg, und die Gäste fielen nach Körperkontakten recht theatralisch. Es entwickelte sich das erwartete Spiel. Frankfurt - fußballerisch eigentlich mit dem besseren Personal - versuchte, Druck aufzubauen, schaffte das aber nicht. Darmstadt lauerte auf Konter und hatte mit dem unruhigen Spielgeschehen schon ein erstes Ziel erreicht. „Wir haben uns von den Nickligkeiten anstecken lassen. Es fehlt die Struktur“, monierte Eintracht Präsident Peter Fischer in der Halbzeit bei Sky. Bis dahin hatten die Heimfans nur eine maue Chance gesehen. Aigner (26.) köpfte in Rückenlage und ohne Druck über das Tor.

Die besseren Chancen hatte Darmstadt

Mit Wucht erzielte Sulu den Darmstädter Führungstreffer nach einer Freistoßflanke von Tobias Kempe. Carlos Zambrano war einfach stehen geblieben und hatte dem kopfballstarken Sulu für sein viertes Saisontor leichtes Spiel beschert. Kurz darauf musste Frankfurts Verteidiger David Abraham verletzt raus. Für ihn kam Marco Russ und damit nach den unter der Woche noch angeschlagenen Marc Stendera, Stefan Reinartz und Slobodan Medojevic ein weiterer Akteur, der nicht bei 100 Prozent sein konnte. Alex Meier (gesperrt) und die verletzten Johannes Flum und Luc Castaignos fehlten ohnehin. Nächste Woche gegen Dortmund fehlen dann sicher Russ, Zambrano und Stendera, die alle ihre fünfte Gelbe Karte sahen.
Darmstadt hatte in Jan Rosenthal und Marcel Heller ein Duo, das es dem Ex-Arbeitgeber nur zu gerne zeigen wollte. Und sie taten dies mit ihren Kollegen mit der in dieser Saison schon von manchem Gegner als maximal unattraktiv kritisieren Taktik. Frankfurt war naiv genug, sich über die gesamte Spielzeit reichlich Gezeter und Schubsereien anzuschließen.

Ein klarer Plan war im Frankfurter Spiel noch nicht zu erkennen, aber es gab immerhin Torchancen. Aigner scheiterte frei an Darmstadts Torwart Christian Mathenja (52.). Kurz darauf reagierte der Schlussmann aus kurzer Distanz prächtig bei einem von Russ abgefälschtem Ball. Nun machte die Eintracht deutlich mehr Druck, kam aber durch die Darmstädter Abwehr einfach nicht durch. Die größte Chance hatten sogar die Gäste. Heller (83.) kam aus wenigen Metern nicht an Lukas Hradecky im Eintracht-Tor vorbei.

Nach dem Spiel verhinderte die Polizei mögliche Ausschreitungen einiger Eintracht-Fans. Rund 80 Frankfurter Fans diskutierten mit Spielern ihres Teams an der Werbebande. Etwa ein halbes Dutzend vermummte Anhänger begab sich währenddessen in Richtung des auf der anderen Seite des Stadions liegenden Gästeblocks. Daraufhin marschierten zahlreiche Polizeikräfte von allen Seiten in den Stadioninnenraum. Die Fans zogen sich zurück. Die Partie stand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Kurz vor dem Abpfiff waren im Frankfurter Block zahlreiche Darmstadt-Fahnen verbrannt worden. (dpa)

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