Sport : 1:0 oder Elfmeterschießen

Helmut Schümann beneidet England nicht um Fabio Capello

Helmut Schümann

Ach, England, das bringt doch nichts. Fabio Capello als Trainer der Nationalmannschaft auf die Insel zu holen, was soll das werden? Rückkehr zu alter Stärke? Wann war die noch gleich? In Wahrheit ist Englands Fußballstärke doch schon seit Jahren nur eine gefühlte. Und jetzt verpflichten sie einen Trainer, der 1973, als er noch selbst spielte, seine italienische Mannschaft mit einem Tor zum ersten Sieg über England im alten Wembleystadion schoss. Da sind doch schon in der Geschichte die Bruchstellen dieser Liaison zu finden.

Keine Frage, der Mann hat Erfolge gefeiert, mit dem AC Mailand, AS Rom, Juventus Turin und mit Real Madrid. Aber da haben sie ihn entlassen, obwohl er Meister geworden war. Unbedingt hatten sie ihn loswerden wollen, selbst 6,5 Millionen Euro Abfindung hat sie nicht geschreckt. Weil Capello auf dem Weg war, Real das Stadion leer zu spielen. Das wollte keiner sehen, dieses defensive Gekicke. Ein Spiel, das keinen Mut kennt, kein Risiko, kein Herz, keine Leidenschaft. Ein Spiel, bei dem nur nüchtern kalkuliert wird und ein 1:0 noch das beste aller Ergebnisse ist. Das dürfte so richtig nach dem Herzen der englischen Fußballfans sein.

Viele meinen, der Erfolg gebe Capello recht. Welcher Erfolg? Sagen wir so: Unter Capello kann sich die englische Nationalmannschaft sicher irgendwie durchs nächste WM-Turnier wurschteln (bei der EM sind sie ja nicht dabei, nicht wahr). Dann mauern sie sich gegen die Deutschen zu einem Unentschieden. Das hält auch noch der Verlängerung stand. Am Ende kommt es zum Elfmeterschießen. Capello für England? Uns soll’s recht sein.

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