1:0-Sieg in Hamburg : Nürnberg gewinnt beim schwachen HSV

Der 1.FC Nürnberg feiert zum Auftakt einen 1:0-Auswärtssieg in Hamburg und zeigt auf, warum der HSV dringend nach einer Verstärkung für die Zentrale sucht. Dem Gründungsmitglied der Bundesliga droht in dieser 50. Saison ein harter Kampf gegen den Abstieg.

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Der 1.FC Nürnberg gewann am ersten Spieltag durch ein Tor von Hanno Balitsch mit 1:0 gegen den HSV.
Der 1.FC Nürnberg gewann am ersten Spieltag durch ein Tor von Hanno Balitsch mit 1:0 gegen den HSV.Foto: afp

Wahrscheinlich wird die Diskussion um Rafael van der Vaart beim Hamburger SV nach diesem Spiel an Elan gewinnen. Wie dringend der HSV einen Mittelfeldlenker benötigt, war bei der 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg am Samstagnachmittag zu sehen. Bei allem Willen mangelte es Trainer Thorsten Finks Mannschaft an spielerischer Klasse, um einen mittelmäßigen Gegner wie den „Club“ zu besiegen. Den Franken genügte Hanno Balitschs Treffer in der 68. Minute zum ersten Saisonsieg. Die Hamburger werden wohl bis Ende August ganz genau zusammenrechnen, ob sie sich Tottenhams van der Vaart nicht doch leisten können.

Auf einer Position dürfte sich der HSV in jedem Fall jetzt schon verstärkt haben: die Doppelparade René Adlers in der Schlussminute der ersten Halbzeit war absolut sehenswert. Erst wehrte der neue Hamburger Stammtorhüter Timm Kloses Kopfball ab, dann hielt er dem strammen Nachschuss Alexander Essweins beide Hände in den Weg und machte den Schuss im Verbund mit dem Pfosten unschädlich. Prompt sprang ihm der Kollege Per Ciljan Skjelbred gegen die Brust, wie um zu sagen: hey, super gemacht! Leider war Adlers Prachtabwehr eine der wenigen guten Szenen des HSV. Denn auch im ersten Spiel der neuen Saison brachte die Mannschaft keinen vernünftigen Spielaufbau zustande. Das Umschalten von Abwehr zu Angriff, das Einsetzen der Offensivspieler – hier blieb fast alles Stückwerk.

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Das Bemühen konnte man dem HSV nie absprechen, und zwei gute Tormöglichkeiten gab es auch vor der Pause: Heiko Westermanns Verlängerung mit dem Kopf wäre in der 24. Minute beinahe im Nürnberger Tor gelandet – Raphael Schäfer lenkte den Ball über die Latte. Nach feiner Kombination mit Marcell Jansen hatte Dennis Aogo in der 41. Minute eine Chance, doch sein Schuss rollte am langen Eck vorbei. Nürnberg spielte wie eine Heimmannschaft, kam oft ziemlich leicht vor das Hamburger Tor, strahlte dann aber überhaupt keine Gefahr aus, von der Doppelchance zum Halbzeitschluss mal abgesehen – das lag auch an der guten Leistung der beiden Hamburger Innenverteidiger Michael Mancienne und Jeffrey Bruma.

Adler schwang sich zum besten Spieler auf, als er auch Sebastian Polters Riesenchance gleich nach der Pause vereitelte. Die Partie wurde etwas munterer, und als man das Gefühl hatte, der HSV würde sich einen entscheidenden Vorteil erkämpfen, kam Nürnberg nach Per Nilssons Lattenkopfball durch Balitschs Abstauber zum 1:0. Schäfer sicherte dann den Sieg, als er in der 72. Minute stark gegen Westermann parierte.

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