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1:0 : Union besiegt Düsseldorf mit Traditionsergebnis

Auf das Ergebnis man hätte tippen können: Sieben Mal in Folge trennten sich Union und Düsseldorf mit 1:0 - mal gewannen die einen, mal die anderen. Dieses Mal gewann Union - auch wenn es lange nicht danach aussah.

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Teamwork bei Union: Gleich drei Spieler schirmen den Ball gegen den Düsseldorfer Tiago ab.
Teamwork bei Union: Gleich drei Spieler schirmen den Ball gegen den Düsseldorfer Tiago ab.Foto: dpa

Der Muntermacher kam in der 63. Minute. Kenan Sahin, beim 1. FC Union oft der Mann für die direkten Worte, durfte ab diesem Moment für seine Kollegen den Motivator spielen, nachdem das Spiel gegen seinen früheren Klub Fortuna Düsseldorf zuvor allzu schleppend und ermüdend dahingeplätschert war. Doch kaum betrat Sahin das Spielfeld, begann der Berliner Zweitligist tatsächlich, ordentlichen, insbesondere aber erfolgsbringenden, Fußball vorzutragen. Erst setzte Sahin selbst einen Schuss knapp neben das Tor, und nur eine Minute nach seiner Einwechslung traf Kapitän Torsten Mattuschka am Freitag zum 1:0 (0:0)-Endstand.

Es war ein Ergebnis, auf das man getrost vorher hätte tippen können. Immerhin war das Aufeinandertreffen zwischen den Berlinern und den Rheinländern in den zurückliegenden Partien schon ganze sieben Mal in Folge mit dem Ergebnis 1:0 geendet. An diesem Freitagabend aber schien lange ungewiss, ob sich irgendwann überhaupt mal jemand zu einem Tor würde aufraffen können. Zu ideen- und organisationslos traten beide Mannschaften auf; vor allem bei den Köpenickern lief im Spiel nach vorne so einiges Durcheinander. „Wir hatten in der ersten Halbzeit Riesenprobleme“, sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus. „Die einfachsten Pässe haben wir nicht an den Mann gebracht.“ Neuhaus’ Unioner hatten nur Glück, dass die Gäste trotz eines muntereren Auftritts vor dem Tor nicht wesentlich besser agierten.

Brauchte Michael Melka in der neunten Minute noch einen besonders starken Reflex, um den Volleyschuss von John Jairo Mosquera zu parieren, so blieb der Düsseldorfer Torwart in den folgenden 50 Minuten weitgehend beschäftigungslos. „Nicht so zum Zuge gekommen“ sei Union in einem insgesamt „durchwachsenen Spiel“, befand der defensive Mittelfeldspieler Dominic Peitz. Nachdem Oliver Fink noch einmal Unions Keeper Marcel Höttecke getestet hatte, pendelten sich beide Teams in der Tat auf ein mäßiges Niveau ohne merklichen Höhepunkt ein. Dramaturgie? Fehlanzeige. Die 14.309 Zuschauer in der Alten Försterei ließen dadurch allerdings kaum schrecken. Während derlei Darbietungen andernorts vermutlich Pfiffe provoziert hätten, schmetterten die Berliner Fans unermüdlich ihre Lieder.

Erhört wurden die aufmunternden Gesänge von den Protagonisten auf dem Spielfeld jedoch erst wieder kurz vor der Halbzeit, als Ahmed Madouni, der nach seiner Verletzung für Daniel Göhlert ins Köpenicker Team rutschte, in Folge einer Ecke am höchsten sprang - aber danebenköpfte. Union war also noch da; und die Düsseldorfer? Die sowieso. Andreas Lambertz war es, der gleich zwei Gelegenheiten liegengelassen hatte, ehe der Schiedsrichter beide Parteien pünktlich in die Kabine schickte. Zu diesem Zeitpunkt durfte Uwe Neuhaus „froh sein, dass es nur 0:0 stand“. Viel änderte sich daran zu Beginn der zweite Hälfte nicht. Zwar bewegte sich Union nun mutiger über den Platz, aber es brauchte schon die Einwechslung von Kenan Sahin, bis das Team sich wirklich fing - und durch den trockenen Schuss Mattuschkas von der Strafraumgrenze entscheidend in Führung ging.

Dass Dominic Peitz den Sieg des 1. FC Union über Fortuna Düsseldorf dennoch in die Kategorie „dreckig gewonnen“ einordnete, war bezeichnend. Nicht nur er hatte nach dem Schlusspfiff wohl immer noch die erste Halbzeit im Kopf.

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