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1:1 gegen 1899 Hoffenheim : Hamburger SV setzt leichten Aufwärtstrend fort

Der Hamburger SV hat seinen Aufwärtstrend in der Bundesliga gegen die formstarke Mannschaft der TSG 1899 Hoffenheim mit einem 1:1 Unentschieden nach Rückstand fortgesetzt. Pierre-Michel Lasogga gelang das erste Heimtor der Saison.

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Pierre-Michel Lasogga erzielte den wichtigen Ausgleichstreffer für den Hamburger SV. Foto: dpa
Pierre-Michel Lasogga erzielte den wichtigen Ausgleichstreffer für den Hamburger SV.Foto: dpa

Der beste Hamburger Spieler des Nachmittags wusste nicht so recht, wie er dieses Resultat nun einordnen sollte. Gefühlter Sieg? Gefühlte Niederlage? „Wenn man die Chancen sieht, ist das 1:1 in Ordnung", sagte Pierre-Michel Lasogga. Dann kratzte er sich am Kopf und ergänzte: „Obwohl…“. Das einschränkende Wort bezog sich vor allem auf seinen Schuss in der 79. Minute. Der Stürmer vom Hamburger SV hatte den Führungstreffer auf dem Fuß, ihm stand allerdings der Querbalken im Weg. Der Hamburger SV machte Druck, er wollte mehr als einen Punkt, er rannte an. Als auch noch der Regen einsetzte, wurde es ein begeisterndes Kampfspiel mit Vorteilen für den nächsten Gegner von Hertha BSC am kommenden Samstag in der Bundesliga. Lasogga zeigte sich vor der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte formstark.
Dass es ein Remis wurde, lag unter anderem an der Abschlussschwäche, aber auch daran, dass der HSV-Keeper Jaroslav Drobny ein paar Mal glänzend gegen die starken Hoffenheimer Offensivkräfte reagierte. Die Fans applaudierten nach dem Abpfiff, die HSV-Profis wirkten aber geknickt, wenngleich Trainer Joe Zinnbauer das so nicht stehen lassen wollte: „Ich habe der Mannschaft in der Kabine gesagt, sie soll den Kopf nicht hängen lassen. Wir haben einen Punkt geholt, in der Bundesliga-Tabelle wieder einen Schritt gemacht. Gegen Hoffenheim haben wir letzte Saison 1:5 verloren. Da können wir heute mal zufrieden sein.“ Und vor allem hatte der Hamburger SV einem Achtungserfolg, dem 1:0 in Dortmund vor zwei Wochen, eine weitere ordentliche Leistung folgen lassen. Solche Konstanz war in der Vergangenheit die große Ausnahme gewesen.

Der Hamburger SV ließ sich nach Anthony Modestes Führung nicht hängen

Lasogga spielte seinen Anteil am sechsten Saisonpunkt herunter: „Es ist schön, dass ich der Mannschaft wieder geholfen habe, wie schon in Dortmund. Aber noch besser wäre eben ein zweites Tor gewesen. Wir haben alles gegeben, alles probiert, da ist es einfach schade, wenn es dann nicht ganz reicht.“ Der Hamburger SV hatte sich nach Anthony Modestes Führung nicht hängen lassen, sondern hielt dagegen. Eine Grundtugend, die zuletzt die Ausnahme war. Der kämpferisch überzeugende Heiko Westermann war in seiner Ursachenforschung fündig geworden: „Wir spielen zusammen. Wir stehen als Mannschaft auf dem Platz. Deswegen gelingen uns wieder ordentliche, disziplinierte Leistungen.“

Tatsächlich ist dieser Hamburger Mannschaft eine deutliche Entwicklung zu attestieren. Seit dem 0:0 gegen den FC Bayern am 20. September hat der Hamburger SV in den fünf Spielen mit Zinnbauer auf der Bank zumindest immer ordentlich gespielt; fünf Punkte aus diesen Partien sind es geworden. Gewiss keine großartige Bilanz. Aber eine, die den Hamburger SV zumindest den Anschluss ans untere Mittelfeld halten lässt.
Dass man die Spiele in Hamburg nicht mehr im Vorbeigehen gewinnt, war auch den Hoffenheimer Kommentaren zu entnehmen. „Der Gegner hat viel riskiert und in der Offensive ordentlich gedrückt", sagte Andreas Beck. Durch den Punktgewinn steigen die Hoffenheimer auf Rang drei und bleiben ungeschlagen. Trainer Markus Gisdol sagte: „Wir hatten große Chancen direkt vor der Halbzeit. Wenn wir da in Führung gehen, haben wir beste Chancen hier zu gewinnen. Am Ende hatten wir in Oliver Baumann einen super Torwart auf unserer Seite. Hamburg schaltet gut um, ist ein harter Gegner mit diesem Publikum im Rücken. Deshalb ist dieses 1:1 für uns okay.“

Also gab es am Ende zwei zufriedene Trainer. Zinnbauer auch deswegen, weil Ashton-Phillip Götz aus der eigenen Zweiten nach der Einwechslung für den verletzten Dennis Diekmeier zum ersten längeren Einsatz kam und seine Sache gut machte.

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