1:1 gegen Bayern : Dortmund zeigt Courage

Auch am zweiten Spieltag gab es keinen Sieg für den neuen Bayern-Trainer Klinsmann. Diesmal konnten die Münchner nach einem Platzverweis von Mark van Bommel sogar mit einem Punkt zufrieden sein.

Felix Meininghaus[Dortm]
Fußball - Borussia Dortmund - FC Bayern München
Handball. Der Dortmunder Neven Subotic (li.) und der Münchner Luca Toni.Foto: dpa

Der Trainer hatte mal wieder markige Worte gewählt. „Wir brauchen jeden Mann, jede Frau jedes Kind“, hatte Jürgen Klopp in gewohnt blumiger Diktion verkündet. 80 552 Zuschauer folgten seinem Ruf, um beim Kräftemessen gegen Rekordmeister Bayern München bestehen zu können. Für einen Sieg hat es zwar nicht gereicht, aber die Borussia zeigte beim 1:1 (1:0) zumindest eine Halbzeit eine couragierte Leistung.

Die Bayern ließen spielerisch zwar viele Wünsche offen, überzeugten aber kämpferisch. Schließlich mussten sie über eine Stunde in Unterzahl spielen und waren dem Sieg am Ende dennoch näher als der BVB. „Dafür, dass wir so lange zu zehnt gespielt haben, war die Leistung sehr in Ordnung“, lobte Manager Uli Hoeneß. Auch Trainer Jürgen Klinsmann konnte mit dem Unentschieden gut leben: „Die Mannschaft findet immer mehr zu sich, die Entwicklung über die gesamten 90 Minuten war sehr gut.“ Dagegen monierte Dortmunds Spielführer Sebastian Kehl, „wir haben den Sieg verschenkt. In der zweiten Halbzeit ist unser Spiel zum erliegen gekommen, da haben wir den Bayern zu viel Raum gegeben“.

Dortmund hatte mit Rukavina (24 Jahre), Subotic und Hummels (beide 19) sowie Schmelzer (20) die jüngste Viererkette der Bundesliga aufgeboten. Doch das Interesse richtete sich nicht auf die Dortmunder Abwehr, sondern auf Mohamed Zidan. Der aus Hamburg gekommene Stürmer erlebte seine Premiere im BVB-Trikot und führte sich gleich nach wenigen Sekunden mit einem Dribbling gegen Phillip Lahm glänzend ein.

Manager Hoeneß war trotzdem zufrieden

Überhaupt gaben die Gastgeber von Beginn an mächtig Gas. Der couragierte Auftritt wurde bereits nach acht Minuten belohnt, als Jakub Blaszczykowski eine wunderbare Kombination mit einem Kunstschuss mit dem Außenrist in den Winkel abschloss. Dagegen war vom Meister wenig zu sehen. „Wir haben bombastisch losgelegt“, schwärmte Klopp, „und waren so lebendig und aktiv, wie wir uns das vorgenommen hatten.“ Dagegen konnte sein Pendant nicht zufrieden sein. Immer wieder tauchte Jürgen Klinsmann mit verschränkten Armen am Rande der Coaching-Zone auf. Die Körpersprache war Ausdruck der Unzufriedenheit des Bayern-Trainers. Zudem schwächte Kapitän Mark van Bommel sein Team: Nach einem rüden Foul an Sebastian Kehl und einer Tätlichkeit an Tamas Hajnal sah der Holländer früh gelb-rot (23. Minute). Klinsmann reagierte und brachte mit Beginn der zweiten Halbzeit Tim Borowski für den erneut wirkungslosen Klose.

Mit dem aus Bremen gekommenen Nationalspieler gelang es den Gästen, sich besser in Szene zu setzen, was jedoch auch dem Umstand geschuldet war, dass die Dortmunder nun mit weniger Mut und Tempo agierten. Allerdings hätte Kringe nach einer Stunde für die Entscheidung sorgen können, doch Schweinsteiger klärte auf der Linie. Als es der BVB versäumte, alles klar zu machen, schlugen die Bayern zu. Toni Kroos fand mit einem Eckball Borowski, der zum 1:1 einschob. Es war die Koproduktion zweier eingewechselter Spieler, Klinsmann durfte sich also zu seinem glücklichen Händchen gratulieren lassen. Dennoch sind zwei Punkte aus den ersten beiden Partien zu wenig für die ambitionierten Bayern. Dagegen hat Florian Kringe bei den Dortmundern bereits einen Klopp-Effekt ausgemacht: „Er versteht es, uns Spieler richtig anzusprechen und wir versuchen, es umzusetzen. Wir sind auf einem guten Weg.“

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