1:1 gegen Italien : Titelverteidiger Spanien spielt nur Remis zum Auftakt

Titelverteidiger Spanien tut sich im ersten EM-Spiel gegen starke Italiener wie schon so oft schwer und muss sich am Ende mit einem 1:1-Unentschieden begnügen.

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So hatte Spanien sich den EM-Auftakt nicht vorgestellt - nur 1:1 gegen Italien.Weitere Bilder anzeigen
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10.06.2012 18:56So hatte Spanien sich den EM-Auftakt nicht vorgestellt - nur 1:1 gegen Italien.

Das war wirklich ein schönes Bild, das die spanischen Zuschauer in ihrer Ecke des Danziger Stadions formten. All die Menschen in ihren Fantrikots bildeten rund um die Ausfahrt aus dem Innenraum der Arena – mit etwas Fantasie – einen riesigen roten Dinosaurier. Der Welt- und Europameister wurde von einem stattlichen Anhang begleitet, an Masse und Lautstärke waren die Fans aus Spanien denen aus Italien deutlich überlegen. Auf dem Platz fiel das Kräfteverhältnis nicht ganz so klar aus. Die Italiener lieferten dem Favoriten in einem sehenswerten Spiel einen beherzten Kampf, der nach Toren von Antonio Di Natale für Italien und Cesc Fabregas für Spanien mit einem treffenden 1:1 (0:0)-Unentschieden endete.

Es war ein temporeiches und intensives Spiel der beiden letzten Weltmeister. Die Spanier hatten zwar naturgemäß mehr Ballbesitz, sie kamen aber nicht in ihren gewohnten Kombinationsfluss. In der prekären Zone vor ihrem Strafraum verdichteten die Italiener höchst wirksam Raum und Zeit. Mit Verve hauten sie sich in die Zweikämpfe, und bei Ballgewinn suchten sie direkt den Weg nach vorne. Tatsächlich fanden sie immer wieder stattliche Lücken in der spanischen Defensive.

Die Italiener, die den defensiven Fußball beherrschen wie keine zweite Nation, mussten aus Mangel an Abwehrspielen mit einer Dreierkette verteidigten, in der Daniele De Rossi als gelernter Mittelfeldmann die zentrale Position einnahm. Da fügte es sich ganz gut, dass Spaniens Coach Vicente Del Bosque, dem Trend im internationalen Fußball folgend, sogar ganz ohne Stürmer auflief. Fernando Torres saß überraschend nur auf der Bank und kam erst eine Viertelstunde vor Schluss. In vorderster Linie sollte sich Cesc Fabregas versuchen, doch der fremdelte anfangs erkennbar mit der ungewohnten Rolle.

Die besseren Chancen hatte vor der Pause der Außenseiter, die beste vergab Thiago Motta. Nach einer Flanke des agilen Antonio Cassano kam er im spanischen Strafraum völlig frei zum Kopfball. Iker Casillas reagierte glänzend. Eine solche Leistung hatten viele den Italienern nach der zerrütteten Vorbereitung mit der Polizeirazzia in ihrem Quartier, der Suspendierung von Domenico Criscito, den Manipulationsvorwürfen gegen Kapitän Gianluigi Buffon und der krachenden 0:3-Niederlage gegen Russland im letzten Test vor der EM nicht zugetraut.

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