1:1 gegen Mainz : Hannover 96 verpasst Sprung an die Spitze

Der FSV Mainz 05 hat der Europa-Euphorie bei Hannover 96 einen Dämpfer versetzt und sich ein Unentschieden erkämpft.

Manuel Schmiedebach (Hannover 96) und Niko Bungert (FSV Mainz 05) kämpfen um den Ball. Im Duell der Überraschungsmannschaften des letzten Jahres gab es ein 1:1.
Manuel Schmiedebach (Hannover 96) und Niko Bungert (FSV Mainz 05) kämpfen um den Ball. Im Duell der Überraschungsmannschaften des...Foto: dpa

Drei Tage nach dem Einzug in die Europa League ist Hannover 96 am Sonntag trotz eines furiosen Sturmlaufs in der zweiten Halbzeit nicht über ein 1:1 (1:1) gegen Mainz hinausgekommen. Damit wurde der Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verpasst. Vor 40 000 Zuschauern glich Mohammed Abdellaoue (30.) mit seinem dritten Saisontor die Führung der Rheinhessen durch den frühen Treffer von Sami Allagui (2.) aus. In einer Begegnung mit vielen Torszenen vergab Hannover nach der Pause den möglichen Sieg.

„Nachdem wir uns in der ersten Halbzeit ein bisschen dusselig angestellt haben, haben wir uns danach ziemlich gesteigert. Wir hatten zahlreiche Chancen, haben es aber nicht geschafft, den entscheidenden Treffer zu setzen“, bilanzierte 96-Coach Mirko Slomka die attraktiven 90 Minuten. Sein Kollege Tuchel sprach von einem guten Bundesligaspiel „auf hohem Niveau“ und war froh über den Punktgewinn. „Wir spielen extrem viele Chancen heraus, das ist ein gutes Zeichen. Wir sind zufrieden“, erklärte der 05-Trainer.

Im Duell der beiden Überraschungsmannschaften der Vorsaison vertraute Slomka exakt jener Elf, der am Donnerstag mit dem 1:1 in Sevilla ein Überraschungs-Coup gelungen war. Doch die Mainzer erwiesen sich als äußerst unbequemer Gegner. Das von Tuchel nach dem 2:4 gegen Schalke auf drei Positionen veränderte Team präsentierte sich bestens organisiert und besaß in Marcel Risse einen umsichtigen Antreiber. Hannover zeigte sich indes von den Reisestrapazen gut erholt, zog nach der Pause das Tempo noch einmal an und erhöhte den Druck. Vor allem Konstantin Rausch bekamen die Gäste kaum in den Griff.

Die Niedersachsen schienen sich in der Anfangsphase mit den Gedanken noch in Andalusien zu befinden und wurden vom FSV eiskalt erwischt. Nach einer präzisen Hereingabe von Risse hatte der in der Mitte frei stehende Allagui keine Mühe, 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler nach gerade einmal 69 Sekunden zum 0:1 zu überwinden. Der Keeper, der von Montag an erstmals zum Kreis der Nationalmannschaft zählt, hatte danach zweimal großes Glück: In der 24. Minute flog ein Freistoß von Zoltan Stieber durch Freund und Feind hindurch an den Pfosten. Nur eine Minute später scheiterte Nikolce Noveski bei seinem Kopfball nach Risse-Freistoß ebenfalls am Torgestänge.

Von der 96-Offensive war eine halbe Stunde lang nichts zu sehen. Doch dann gelang Hannover gleich mit dem ersten sehenswerten Angriff praktisch eine Kopie des Führungstores gegen Sevilla: Rausch setzte vom linken Flügel Abdellaoue in Szene und der Angreifer drückte den Ball über die Linie. Mit der Einwechslung von Didier Ya Konan für Jan Schlaudraff gab Slomka fünf Minuten nach der Pause das Signal für verstärkte Angriffsbemühungen. Erst streifte eine Flanke von Rausch die Latte des Gäste-Tores (57.), denn hielt 05-Torhüter Heinz Müller mit einer Glanztat gegen Lars Stindl das 1:1 fest (58.). Schließlich scheiterte Abdellaoue per Kopf (69.). (dpa)

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