1:1 gegen Stuttgart : Dortmund stoppt den Trend

Nach zwei heftigen Niederlagen kommt der BVB in einem spannenden Spiel daheim immerhin zu einem 1:1 gegen den VfB Stuttgart.

Felix Meininghaus[Dortm]

Die Stimmung vor dem Anpfiff war merkwürdig gedämpft. Eine Mischung aus Verunsicherung und Angst vor dem Fehlstart hatte von den Dortmunder Fans Besitz ergriffen, offenbar hatten neun Gegentore in den Spielen gegen den HSV (1:4) und Real Madrid (0:5) ihre Spuren hinterlassen. Knapp 4000 Fans vom VfB Stuttgart machten mehr Rabatz als der große Rest in schwarz-gelb. Aber Dortmunds Anhänger steigerten sich im Verlauf des Nachmittags hörbar – und mit ihnen die Mannschaft. Der BVB konnte sein zweites Heimspiel der noch jungen Saison zwar nicht gewinnen, doch mit dem 1:1 (1:0) vor 72 100 Zuschauern vermochte die Borussia zumindest den Negativtrend zu stoppen. „Beide Mannschaften hatten ihre Chancen, deshalb geht das Unentschieden auch in Ordnung“, sagte BVB-Manndecker Neven Subotic.

Zunächst zeigte sich jedoch, dass auch die Dortmunder Spieler sichtlich an den letzten Erlebnissen zu arbeiten hatten. Hinzu kam, dass Tinga schon nach vier Minuten mit einem Muskelfaserriss ausgewechselt werden musste. „Da war von Souveränität und Leichtigkeit nichts zu erkennen“, sagte Trainer Jürgen Klopp. Dortmund produzierte im Mittelfeld jede Menge Fehlpässe, ein konstruktiver Spielaufbau wurde dadurch unmöglich. Zum Glück für die Gastgeber weigerte sich der VfB, aus der Dortmunder Unpässlichkeit Kapital zu schlagen.

Immer wenn es dem BVB doch einmal gelang, schnell zu kombinieren, wurde es gefährlich. Nach feiner Vorarbeit von Nuri Sahin war Nelson Valdez frei und schob Jens Lehmann den Ball zwischen den Beinen zum 1:0 hindurch. Nach der Führung nahm die Partie Fahrt auf, weil sich die Dortmunder mehr zutrauten und bei den Stuttgartern angesichts des Rückstandes der Entschluss reifte, nun auch am Spiel teilzunehmen. Jetzt war Feuer im Spiel, das angefacht wurde durch Jens Lehmann, der gegen Subotic den Ellbogen auspackte. Der Serbe revanchierte sich auf gleiche Weise, beide durften weitermachen.

Vor allem die Gastgeber konnten in der Pause zufrieden sein. Nicht nur, weil sie in Führung lagen, sondern auch, weil es ihnen geglückt war, sich in das Spiel hineinzuarbeiten. Das Hochgefühl erhielt allerdings gleich nach dem Wiederanpfiff einen Dämpfer, als Georg Niedermeier nach einem Freistoß von VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger mit dem Kopf den Ausgleich markierte. Plötzlich war der VfB obenauf, um ein Haar hätte Hitzlsperger den aufgerückten Roman Weidenfeller mit einem Heber aus 40 Metern überlistet. Trainer Markus Babbel beobachtete in Hälfte zwei ein „intensives Spiel, in dem es immer hin und her ging“. Erneut schafften es die Dortmunder, sich mit großem Engagement aus der Umklammerung zu befreien: Mats Hummels setzte einen Kopfball über das Tor, Jakub Blaszczykowski konnte im Laufduell von Ludovic Magnin nur mit rustikalem Halten gestoppt werden, das ungeahndet blieb.

Zu diesem Zeitpunkt wurde immer deutlicher: Wer den nächsten Treffer setzte, würde dieses Spiel gewinnen. Den Willen dazu hatten beide Teams. Einen Schuss des eingewechselten Timo Gebhart hielt Roman Weidenfeller mit einer Klasse-Parade, der Kopfball des eingewechselten Dimitar Rangelow landete an der Latte des Stuttgarter Tors. Und so blieb es bei einem Remis in einem Spiel, das verhalten begonnen und dann doch noch beste Unterhaltung geboten hatte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben