1:1 gegen Wolfsburg : Gladbach grantelt

Je ein Punkt und je ein Tor für Mönchengladbach und Wolfsburg - und zufrieden ist am Ende niemand.

von
Eine Schuhspitze früher am Ball ist Wolfsburgs Diego vor Gladbachs Bradley.
Eine Schuhspitze früher am Ball ist Wolfsburgs Diego vor Gladbachs Bradley.Foto: dpa

Für die zentrale Aussage des Tages brauchte Steve McClaren keinen Dolmetscher. „Ganz kurz: Ich bin enttäuscht von meiner Mannschaft. Wir haben hier eine Chance verpasst“, teilte der Trainer des VfL Wolfsburg nach dem 1:1 in Mönchengladbach kurz und bündig mit. Auf Deutsch, zur detaillierten Erläuterung des Remis griff der 49-jährige Engländer aber doch lieber auf die englischen Übersetzerdienste des Mannes neben sich zurück. „Wir haben einmal getroffen“, sagte McClaren, „und es dann versäumt weiterzumachen.“ Soweit die Grundsatzkritik, es folgte der klare Auftrag für die Zukunft: „Wir müssen lernen, einfach zu spielen, nicht kompliziert.“

Englands einstiger Nationaltrainer fand, seine Mannschaft habe sich das Leben „selbst schwer gemacht“. Dabei machte ihnen Schiedsrichter Christian Dingert das Fußballerdasein doch zunächst ganz leicht. Darüber zeterten zumindest die Gladbacher, weil sie ihren Verteidiger Tobias Levels vor dem 0:1 durch Thomas Kahlenberg durch Wolfsburgs Spielmacher Diego regelwidrig aus dem Takt gebracht sahen. „Das war ein Fallrückzieher am Mann. Für mich ist es absolut unverständlich, dass in der Situation nicht auf Freistoß für uns entschieden wurde“, grantelte Trainer Michael Frontzeck.

Über unbotmäßige Schiedsrichterentscheidungen hat sich Frontzeck in dieser Saison schon häufiger geärgert. Bevorzugt bei Heimspielen, von denen seine Mannschaft nun auch im vierten Versuch noch immer keines gewonnen hat. Deshalb ist Frontzeck inzwischen so weit, die Unparteiischen nicht mehr mit dem Hinweis auf menschliche Fehlbarkeit davonkommen zu lassen. „Ich bin ein bisschen davon abgegangen, zu sagen, dass sich das im Lauf einer Saison ausgleicht“, sagte der 46-Jährige. „In diesem Fall hätten wir noch einiges gut.“

Gut fand Frontzeck immerhin, wie seine Mannschaft mit dem Rückstand umging. Immerhin musste die Borussia die komplette Stamm-Innenverteidigung (Dante verletzt, Brouwers gesperrt) ersetzen. Kapitän Filip Daems, sonst auf der linken Abwehrposition tätig, und Anderson übernahmen diesen Part. Zudem musste Frontzeck kurz vor der Pause auch noch Patrick Herrmann (schwere Unterschenkelprellung mit Muskelquetschung) gegen Mohamadou Idrissou auswechseln. Zum Ausgleich durch Thorben Max, der nach einem verunglückten Schuss von Juan Arango völlig freistehend einköpfte (65.), reichte es dennoch. Es war Marx’ erstes Tor im zweiten Gladbacher Jahr.

Kurz nach dem 1:1 musste der Wolfsburger Torhüter Diego Benaglio seinen Platz verletzt räumen. Der Schweizer zog sich eine Leistenverletzung zu und wurde durch Marwin Hitz ersetzt. Zu halten bekam der 23-Jährige aber nur noch einen Kopfball des eingewechselten Igor de Camargo. „Unter den Umständen, mit den vielen Verletzten, war das unser bestes Spiel in dieser Saison“, sagte Frontzeck und prophezeite: „Wenn meine Mannschaft so in der Spur bleibt, wird sie früher oder später auch mal mit drei Punkten belohnt werden.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben