1:1 im Playoff-Rückspiel : Hannover schafft es erstmals in die Europa League

Mit viel Glück, noch mehr Geschick und einer gehörigen Portion Kampfgeist hat es Hannover 96 erstmals in die Europa League geschafft.

Manuel Schmiedebach (rechts) kämpft um den Ball.
Manuel Schmiedebach (rechts) kämpft um den Ball.Foto: dapd

Durch ein 1:1 (1:1) im Playoff-Rückspiel beim FC Sevilla machte der zweimalige deutsche Meister den größten internationalen Erfolg in der Clubgeschichte perfekt. Die Niedersachsen hatten bei der Rückkehr auf Europas Bühne nach 19-jähriger Pause den favorisierten zweimaligen UEFA-Cup-Sieger aus Spanien bereits im Hinspiel mit 2:1 bezwungen. „Ich finde, wir sind nicht unverdient eine Runde weitergekommen. Wir haben super verteidigt“, sagte Trainer Mirko Slomka. „Wir habe es sehr geschickt gemacht.“ Der Norweger Mohammed Abdellaoue (23.) brachte den Bundesliga-Zweiten am Donnerstagabend vor 40 000 Zuschauern zunächst in Führung. Sevilla freute sich in der 37. Minute dann über ein Eigentor des Österreichers Emanuel Pogatetz. Ein eigenen Treffer schafften die Spanier aber nicht, so dass die Gäste als zweites deutsches Team nach Schalke 04 in die Gruppenphase der Europa League stürmten und die Feuertaufe in der Hitze Andalusiens mit Bravour bestanden. „Wir wollten Geschichte schreiben, das haben wir getan“, meinte Abwehrspieler Christian Schulz.

„Es war sehr schwierig. Wir haben mit allem was wir haben dagegen gehalten. Wir haben einen großen Fight hingelegt und sind insgesamt verdient weiter gekommen. Das ist eine absolute Sensation“, sagte Stürmer Jan Schlaudraff. Bei Sevilla sah Gary Medel kurz vor Schluss noch Rot.

Bei immer noch hochsommerlichen Temperaturen im Stadion Ramón Sánchez Pizjuán hatten die Hausherren über weite Strecken mehr vom Spiel. Die Hausherren wirkten in der kampfbetonten Begegnung aggressiver, die 96 zogen sich zu oft zu weit zurück. Nach einer Viertelstunde traf Alvaro Negredo aus spitzem Winkel nur den Innenpfosten. Piotr Trochowski scheiterte mit seinem Nachschuss nur knapp. Hätte der ehemalige Hamburger getroffen, wäre wohl alles ganz anders gekommen. Doch so schafften die Gäste urplötzlich die Führung.

Konstantin Rausch setzte sich auf der linken Außenbahn durch.

Abdellaoue lauerte in der Mitte, nahm am Fünfmeterraum die Flanke volley und traf zur umjubelten Führung. Trainer Mirko Slomka feierte den so wichtigen Treffer mit einem Freudentänzchen.

Die Hausherren steckten den Schock ganz schnell weg. Doch die neue Nummer drei im Tor der deutschen Nationalmannschaft, Ron-Robert Zieler, zeigte, warum er von Bundestrainer Joachim Löw berufen worden ist. Einen brandgefährlichen Fernschuss von Alvaro Negredo macht der junge Keeper genauso unschädlich wie wenig später einen Volleyschuss von Frederic Kanouté. Gegen den Ausgleichstreffer war er dann jedoch machtlos. Nach Trochowski-Vorarbeit flankte Diego Perotti in die Strafraummitte. Und vom Schienbein des Österreichers Emanuel Pogatetz prallte der Ball ins Tor.

Vor 3000 mitgereisten 96-Fans, auch Clubchef Martin Kind war am Spieltag gekommen, machten die Gastgeber nach der Pause weiter Druck.

In ihrem, streikbedingt, erst zweiten Pflichtspiel unter der Regie des neues Trainers Marcelino waren die Spanier nah dran am Führungstor. Doch Zieler hielt den Ausgleich fest. Nach gut 20 Minuten befreiten sich die Gäste und hatte sogar die Chance mit dem zweiten Auswärtstor alles klar zu machen. Der belgische Schiedsrichter Serge Gumienny verweigerte den 96ern gut eine Viertelstunde vor Schluss einen glasklaren Foulelfmeter, als Torhüter Andres Palop Jan Schlaudraff fällte. Nach einer Tätlichkeit sah Gary Medel kurz vor Abpfiff die Rote Karte. (dpa)

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