1:2 gegen Besiktas Istanbul : RB Leipzig in der Champions League ausgeschieden

Das Achtelfinale in der Champions League bleibt ein Traum für RB Leipzig. Nach dem 1:2 gegen Besiktas geht es aber immerhin in der Europa League weiter.

Marcel Halstenberg kann mit Leipzig für die Europa League planen.
Marcel Halstenberg kann mit Leipzig für die Europa League planen.Foto: Reuters

Ralph Hasenhüttl wurde vor dem Anpfiff des letzten Gruppenspiels gegen Besiktas Istanbul ziemlich deutlich. Nein, seine Mannschaft werde nicht über das Ergebnis im Parallelspiel zwischen Porto und Monaco informiert, sagte der Trainer von RB Leipzig. Der Bundesligist musste das eigene Spiel gewinnen und auf einen Ausrutscher der Portugiesen hoffen, um noch als Gruppenzweiter ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen.
Anders als seine Spieler war Hasenhüttl am Mittwoch sicherlich gut unterrichtet. Zeit, um sich über das frühe 1:0 für Porto in der 9. Minute zu ärgern, hatte Leipzigs Trainer aber kaum. Denn fast zeitgleich grätschte sein Abwehrchef Willi Orban im Strafraum Jeremain Lens naiv um und Alvaro Negredo erzielte vom Elfmeterpunkt das 1:0 für Besiktas. So war bei der Leipziger 1:2 (0:1)-Niederlage vor 42.558 Zuschauern schon früh klar, dass sich der Bundesligist in seiner Premierensaison auf internationalem Niveau mit dem Überwintern in der Europa League begnügen muss. „Mehr Chancen können wir nicht haben“, sagte Kevin Kampl. „Wir haben uns trotz der Niederlage aber gut aus der Champions League verabschiedet.“

Ohne die verletzten Emil Forsberg und Marcel Sabitzer tat sich Leipzig in der Anfangsphase sehr schwer. Besiktas stand zwar schon vor der Partie als Gruppensieger fest und schonte zahlreiche Stammspieler, die zweite Reihe um den dribbelstarken Lens begann jedoch hoch motiviert. Wie schon in den zwei Auswärtsspielen zuvor verzichteten die Türken erneut auf Tickets für ihre Fans, um weitere Zwischenfälle und einen Wettbewerbsausschluss zu vermeiden. Nach Ausschreitungen in der vergangenen Saison spielt der Klub auf Bewährung.

Die Leipziger hofften vergeblich auf Schützenhilfe aus Porto

Leipzig, das am Samstag gegen Hoffenheim seine höchste Bundesliganiederlage kassiert hatte, brauchte ungefähr eine Viertelstunde, um besser ins Spiel zu kommen – verpasste den Ausgleich dann aber nur ganz knapp. Nach einer Standardsituation kam Orban aus einer nicht geahndeten Abseitsposition zum Schuss, traf jedoch nur den linken Pfosten. Wenige Minuten später war der Ball dann im Tor. Timo Werner hatte Besiktas' starken Schlussmann Tolga Zengin aus wenigen Metern überwunden und jubelte knappe zehn Sekunden, bevor der ungarische Schiedsrichter Viktor Kassai zu seinem Linienrichter lief und richtigerweise auf Abseits entschied.

Besiktas zog sich nach der starken Anfangsphase weiter zurück und beschränkte sich auf Konter. Bei einem dieser Gegenangriffe hätten die Gäste fast das 2:0 erzielt, Lens und Mustafa Pekdemek spielten eine Überzahlsituation allerdings nicht gut aus. So blieb Leipzig die deutlich aktivere Mannschaft. Im und um den Strafraum fehlte aber meist die letzte Präzision. Timo Werner wich oft auf die linke Seite aus und Naby Keita trieb das Spiel im Zentrum an. Der Mittelfeldspieler traf beim entscheidenden Pass jedoch fast immer die falsche Entscheidung und so verpufften viele gute Ansätze.

Das hatte allerdings schon zur Halbzeit nur noch statistischen Wert. Denn Porto ging mit einer 3:0-Führung gegen Monaco in die Kabine und so war Platz zwei für die Leipziger praktisch außer Reichweite.

Die Gastgeber ließen sich davon jedoch nicht entmutigen – oder Hasenhüttl beließ es bei seiner Desinformationspolitik. Jedenfalls drückte Leipzig weiter auf den Ausgleich und erarbeitete sich zahlreiche Chancen. Zengin im Istanbuler Tor zeigte jedoch eine souveräne Leistung. Einem Treffer von Jean-Kevin Augustin verwehrte das Schiedsrichtergespann wegen einer knappen Abseitsposition die Anerkennung, Stefan Ilsanker sah für ein taktisches Foul Gelb-Rot und so trudelte das Spiel seinem Ende entgegen.

Dies nutzte Hasenhüttl für einen besonderen Moment in der kurzen Leipziger Vereinsgeschichte. Mit Dominik Kaiser wechselte er den einzigen Spieler ein, der schon seit der Regionalliga für den Klub spielt. In den letzten Minuten durfte sich der ehemalige Kapitän noch über den zwischenzeitlichen Ausgleich von Naby Keita freuen. Das späte Tor von Talisca verhinderte dann aber zumindest einen verdienten Teilerfolg der Leipziger.

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