1:2 in Bremen : Werder schießt Borussia Dortmund in den Keller

Borussia Dortmund verliert das Abstiegsduell bei Werder Bremen mit 1:2 und verbringt den Jahreswechsel damit auf einem Abstiegsplatz - möglicherweise sogar als Tabellenletzter.

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Auf Abstiegskurs? Borussia Dortmund könnte sogar als Tabellenletzter überwintern.
Auf Abstiegskurs? Borussia Dortmund könnte sogar als Tabellenletzter überwintern.Foto: Reuters

Jahrelang war es ein Spitzenspiel, momentan ist es reiner Abstiegskampf. Werder Bremen hat Borussia Dortmund im Duell der einstigen Spitzenklubs noch tiefer in die Krise geschossen. Die Bremer besiegten den BVB gestern in einem umkämpften und dramatischen Spiel mit 2:1 und verließen damit den letzten Tabellenplatz der Bundesliga. Die Dortmunder dagegen überwintern auf einem Abstiegsplatz.

Werder Bremens Trainer Viktor Skripnik wird seit seinem Amtsantritt vor einigen Wochen für seinen Mut gelobt. Dafür, dass er konsequent Spielern aus dem eigenen Nachwuchs eine Chance gibt. Doch Skripnik hat nicht ausschließlich auf Jugend gesetzt. Er hat auch an einigen wichtigen Stellschrauben gedreht, hat unabhängig von Alter und Erfahrung einiges verändert. Den Spanier Alejandro Galvez beorderte er vom defensiven Mittelfeld zurück in die Innenverteidigung. Eine kluge Entscheidung. Er lässt den eindeutig zu langsamen Clemens Fritz nicht mehr auf der Außenbahn spielen, sondern im defensiven Mittelfeld, wo er mit seiner Erfahrung sehr wertvoll ist. Für Fritz spielt der Tscheche Theodor Gebre Selassie rechts hinten in der Viererkette. Alle drei waren in der Ära Robin Dutt eher selten positiv aufgefallen. Seit Skripnik umgestellt hat, zählen sie zu den Leistungsträgern.

Davie Selke mit der frühen Führung für Werder

Im Angriff setzte Skripnik gestern auf zwei Youngster. Während Eljero Elia und Nils Petersen es erneut nicht in den Kader schafften, bildeten der 19-jährige Davie Selke und der gerade erst 20 Jahre alte Melvyn Lorenzen das Angriffsduo der Gastgeber. Schon nach vier Minuten sollte sich die mutige Entscheidung rentieren: Linksverteidiger Santiago Garcia steckte durch und der U19-Europameister Selke überwand Mitchell Langerak im Dortmunder Tor mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze.

Dortmund musste also nach dem frühen Rückstand die Initiative übernehmen, Werder verlegte sich im eigenen Stadion auf Konter. Die Schwarz-Gelben hatten eindeutig mehr Ballbesitz, klare Torchancen spielten sie sich in der ersten halben Stunde jedoch nicht. Auf der anderen Seite düpierte Lorenzen Weltmeister Mats Hummels, der Abschluss des Bremer Nachwuchsstürmers war jedoch zu unpräzise. Wenige Minuten vor der Halbzeitpause wurde der enorm schnelle Lorenzen von Fin Bartels geschickt, Dortmunds Keeper Langerak war jedoch den entscheidenden Tick vor dem Werder-Stürmer am Ball.

Hummels spielt schwach - erzielt aber den Anschlusstreffer

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp brachte zur zweiten Halbzeit den offensiveren Shinji Kagawa für Sebastian Kehl. Der BVB drückte, der BVB rannte an, doch die ansonsten oft so fragile Abwehr der Bremer stand zunächst recht sicher. Fernschüsse von Lukasz Piszczek und Pierre-Emerick Aubameyang verfehlten deutlich ihr Ziel, Kagawas Kopfball kam eher einer Rettungstat denn einem Torabschluss gleich.

Nach einer knappen Stunde Spielzeit nahm Skripnik Melvyn Lorenzen vom Platz und verstärkte mit Felix Kroos die Defensive. Kurz darauf narrte Davie Selke auf der rechten Abwehrseite zum wiederholten Male Mats Hummels, der eine schwache Leistung gegen Bremen bot. Die präzise Hereingabe Selkes verwandelte Fin Bartels zum 2:0 für die Bremer. Die endgültige Entscheidung hatte Selke wenig später auf dem Fuß, traf den Ball jedoch nicht richtig. Das sollte sich umgehend rächen: Ausgerechnet Mats Humels traf für Borussia Dortmund per Kopf nach einer Ecke zum 1:2-Anschlusstreffer.

Jürgen Klopp hatte es versprochen: „Wir leben noch“ hatte der Dortmunder Coach erklärt. Der BVB gab sich zu keiner Sekunde des Spiels auf, doch zunächst vergab erneut Kagawa recht kläglich, als er freistehend am Elfmeterpunkt den Ball in die Wolken drosch, dann parierte Werders Torhüter Wolf einen Kopfball vom Matthias Ginter. In der 89. Minute hätte Bartels vorzeitig alles klar machen können, traf jedoch nur den Pfosten.

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