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1:2-Niederlage in Freiburg : Hertha bekommt das große Flattern

Hertha BSC startet gewohnt schwach in die Rückrunde. Der Anschlusstreffer des eingewechselten Julian Schieber kam zu spät.

Nils Petersen wird vor dem zwischenzeitlichen 2:0 von Peter Pekarik und Niklas Stark nicht richtig gestört.
Nils Petersen wird vor dem zwischenzeitlichen 2:0 von Peter Pekarik und Niklas Stark nicht richtig gestört.Foto: AFP PHOTO / THOMAS KIENZLE

Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff griff Pal Dardai zum letzten Mittel. Herthas Trainer warf Julian Schieber ins Spiel. Vielleicht würde ihm ja das Tor zum Ausgleich beim SC Freiburg gelingen. Im Hinspiel hatte der Stürmer Berlins Bundesligisten in der sechsten Minute der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg geschossen. Und tatsächlich, auch gestern sollte ihm ein Tor gelingen, aber es war nur der Anschlusstreffer zum 1:2, weil kurz zuvor der Freiburger Joker Nils Petersen das 2:0 erzielte hatte.

Hertha verlor also das Sonntagsspiel vor 23 800 Zuschauern im Schwarzwald-Stadion mit 1:2 (0:1) und startet wie zuletzt 2015 mit zwei Niederlagen in ein neues Fußballjahr. Statt auf Platz drei zu springen, fällt Hertha auf Platz sechs zurück. Jetzt könnte in Berlin das große Flattern einsetzen. Erneut deutet sich eine hakelige Rückrunde an – schon in der Vorsaison hatten die Berliner eine gute Hinrunde so zunichtegemacht. Die Breisgauer jubelten dagegen über den ersten Heimsieg gegen die Gäste aus der Hauptstadt seit fast 16 Jahren.

„Die Tore, die wir kassiert haben, fielen aus dem Nichts. Das waren unnötige Tore“, sagte Dardai. Von einer Krise wollte er jedoch nichts wissen: „Wir wissen, was unsere Realität ist. Wir wollen den sechsten Platz verteidigen, wir sind Sechster.“

Bis auf Salomon Kalou, der für Alexander Esswein in die Startelf rutschte, vertraute Dardai jener Mannschaft, die vor einer Woche in Leverkusen (1:3) spielte. Also mit Niklas Stark und John Anthony Brooks in der Innenverteidigung. Sebastian Langkamp blieb wieder nur der Platz auf der Ersatzbank, aber das wird sich in einer Woche ändern. Stark holte sich nach nicht mal zehn Minuten für ein Foul im Niemandsland seine fünfte Gelbe Karte ab, weshalb der 21-Jährige für das Heimspiel gegen Ingolstadt gesperrt ist.

Skjelbred schießt knapp vorbei, Haberer nicht

Ansonsten spielten die Berliner beim Sportclub anfangs zu passiv. Zwar hatten sie im ersten Abschnitt mehr Ballbesitz, aber das auch nur durch penetrantes Hin- und Hergeschiebe in der eigenen Hälfte. Hertha wollte auf die Lücke für einen steilen Vorstoß warten, nur die Freiburger wollten sich nicht auskontern lassen und hielten ihrerseits ihr Zentrum dicht.

Eine halbe Stunde lang ergab sich keine einzige Torchance. Beide Mannschaften scheuten das Risiko. Freiburg war die regere Mannschaft, die mehr Kilometer zurücklegte. Dafür gingen die Berliner körperbetonter in die Zweikämpfe, bisweilen etwas rüde. Und so holte sich auch Kalou eine Gelbe Karte ab. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff kam etwas mehr Schwung in das Duell. Zunächst strich ein strammer Distanzschuss von Per Skjelbred hauchdünn am Freiburger Tor vorbei. Nur zwei Minuten später gingen dann die Gastgeber in Führung. Eine Kopfballabwehr von Brooks fiel Vincenzo Grifo vor die Füße. Seinen Querpass nahm Janik Haberer auf, den Brooks nicht stellen konnte. Und so bedankte sich der Freiburger mit seinem dritten Saisontor.

Und so gingen die Berliner mit einem 0:1-Rückstand in die Pause. Das übrigens zum fünften Mal in dieser Spielzeit. Viermal verloren die Berliner diese Spiele, ohne dass ihnen in diesen Spielen noch ein Tor gelungen wäre.

Nach der Pause wird Hertha aktiver

Gegen diese negative Serie wollte Hertha anspielen. Mit Beginn der zweiten Hälfte legten die Berliner ihre Passivität ab, sie attackierten die Freiburger viel früher und energischer, insbesondere in der Offensive wirkten sie nun etwas wacher und williger. Interessanterweise hatte Dardai den zuletzt guten Valentin Stocker auf die rechte Außenbahn beordert, der Schweizer spielt sonst links oder zentral hinter der Sturmspitze. Zwar wechselte er mit Kalou immer mal wieder die Seite, aber Durchschlagskraft konnten beide nicht entfachen.

Nach gut einer Stunde hätte Vladimir Darida fast den Ausgleich erzielt. Doch seinen Schuss konnte der Freiburger Torwart Alexander Schwolow mit einer tollen Parade zur Ecke lenken. Dann griff Dardai ein erstes Mal ins Spiel ein. Herthas Trainer besetzte beide offensiven Flügelpositionen neu, für Stocker und Kalou , die insgesamt zu wenig Druck entwickeln konnten, kamen Alexander Esswein und Genki Haraguchi.

Die Berliner waren die dominante Mannschaft im zweiten Abschnitt, nur sprang lange nichts Zählbares heraus. Erst der spät eingewechselte Schieber erzielte aus dem Gewühl ein Tor. Aber es reichte nicht für einen Punktgewinn, weil Nils Petersen kurz zuvor vier Berliner genarrt und getroffen hatte. Es war für ihn das sechste Saisontor als Joker.

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