1:2-Niederlage in Hannover : Schalke trudelt immer tiefer

Es riecht schon wieder nach Krise bei den Königsblauen: Beim 1:2 in Hannover fliegen Höwedes und Fuchs vom Platz, der Fehlstart ist mit nur einem Punkt aus drei Spielen perfekt.

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…und tschüss! Schalkes Benedikt Höwedes bekommt von Schiedsrichter Bastian Dankert früh die Rote Karte. Foto: dpa
…und tschüss! Schalkes Benedikt Höwedes bekommt von Schiedsrichter Bastian Dankert früh die Rote Karte. Foto: dpaFoto: dpa

Hannover - Sein Versuch, sich Mut für die nächsten Aufgaben zuzusprechen, fiel ein wenig halbherzig aus. „Der Druck ist enorm. Das ist nicht das, was wir erreichen wollen“, sagte Jens Keller, als er den missglückten Saisonstart von Schalke 04 einordnen sollte. Der 42-Jährige, seit seinem Amtsantritt als Cheftrainer der Schalker im Dezember 2012 stets kritisch beäugt, kommt in immer größere Verlegenheit. Nach der 1:2 (0:2)-Niederlage bei Hannover 96 stehen die Schalker mit nur einem Punkt aus drei Bundesligapartien und neun Gegentoren erschreckend schlecht da.

Ein früher Platzverweis von Kapitän Benedikt Höwedes, der in der 15. Minute für ein Foul an 96-Stürmer Mame Diouf hart bestraft worden war, hatte das Schalker Dilemma eingeleitet. Ein Platzverweis in der Schlussphase gegen Christian Fuchs (Gelb-Rot) rundete das Unglück ab.

Dämlich angefangen, durch die Tore von Szabolcs Huszti, der nach Höwedes Foul den Elfmeter verwandelte, und Diouf ins Hintertreffen geraten, mit nur neun Spielern auf dem Feld den Schlusspfiff erlebt – es gab eine ganze Menge Gründe für die Schalker Spieler, nach der Partie die eigenen Fans zu trösten und mit Trikots zu beschenken. Julian Draxler, dieser so hoffnungsvolle Nationalspieler im Team von Schalke 04, nannte den Auftritt seiner Mannschaft in Halbzeit eins „einen Grottenkick“. Dass es dem Keller-Team in Unterzahl zumindest gelungen war, sich vor 49 000 Zuschauern noch einmal aufzubäumen und durch Stürmer Adam Szalai auf 1:2 verkürzen zu können, war ein schwacher Trost. „Unsere Mannschaft hat sich um den eigenen Lohn gebracht“, fand Sportdirektor Horst Heldt.

Wie und mit welchem Personal Schalke 04 am Dienstag, wenn in der Champions-League-Qualifikation das Rückspiel bei Paok Saloniki (Hinspiel 1:1) ansteht, eine Trendwende schaffen will, bleibt fraglich. Zu den verletzten Stammspielern Klaas-Jan Huntelaar und Jefferson Farfan gesellt sich jetzt noch Innenverteidiger Joel Matip. „Das wird spannend. Wir müssen mal gucken, wen wir im Verein alles noch haben“, sagte Heldt, dessen Bestandsaufnahme in Teilen noch lustig klang. Keller, der vor schweren Tagen steht und sich ein Aus vor der Gruppenphase der Champions League nicht leisten kann, wählte deutlich drastischere Worte: „Die elf Spieler, die in Saloniki auf dem Platz stehen, werden sich den Arsch aufreißen.“

In Hannover hatte es dazu in Unterzahl zumindest eine Halbzeit lang gereicht – zu mehr aber nicht. Gastgeber 96 brachte sich in Überzahl unnötig in Bedrängnis und verlor nach einem ungestümen Zweikampf seinen Spielgestalter Huszti, der ebenfalls die Rote Karte sah. „Unsere mangelnde Effektivität hat die Schalker im Spiel gehalten“, befand 96-Trainer Mirko Slomka, wahrlich kein Lob für den angeschlagenen Gast. Christian Otto

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