Sport : 1:3 – Berlin Volleys verlieren Spitzenspiel am Bodensee

Walter Nägele[Friedrichshafen]

Zu lachen hatte nur der Gegner. Die verbissenen Gesichtsausdrücke der Berliner zeigten am Ende deutlich, dass ihre Reise an den Bodensee abermals nicht von Erfolg gekrönt sein würde. Auch der gute Schlussspurt und das nervenaufreibende Finale der Berlin Volleys reichten am Ende nicht mehr: Das Spitzenspiel der Volleyball-Bundesliga beim VfB Friedrichshafen ging trotz großem Einsatz mit 1:3 (25:19,20:25,22:25,30:32) verloren.

In der Neuauflage des jüngsten Meisterschaftsfinals traten beide Mannschaften vor 2800 Zuschauern in Bestbesetzung an. Nur Mitte des ersten Satzes verlor der VfB Friedrichshafen für kurze Zeit seine spielerische Linie. Die Volleys zogen schnell auf 18:12 Punkte davon. Der Rückstand war für Friedrichshafen nicht mehr aufzuholen – zumindest nicht in diesem Satz. Klug spielten die Berliner ihre Angriffe zu Ende, standen sicher im Block und vergaßen auch die Blockabsicherung im Rückraum nicht.

Auch im zweiten Satz blieb das hohe Niveau des Spiels erhalten, allerdings änderten sich die Vorzeichen. Die Berliner gerieten aus dem Tritt und erlaubten sich einige Fehler. Mark Lebedew, Trainer der Volleys, brachte mit Kawika Shoji einen neuen Zuspieler um das Angriffsspiel variabler zu gestalten. Vor allem der finnische Außenangreifer Urpu Sivula fand nun - wie auch schon im ersten Satz - mit seinen wuchtigen Schmetterschlägen immer wieder Löcher in der Abwehr der Gastgeber. Doch die Anstrengung wurde nicht belohnt. Clever und routiniert nutzte der VfB seinen Vorsprung und gewann den zweiten Satz 25:20.

Angeführt von seinen starken Angreifern Idi und Oliver Venno startete Friedrichshafen perfekt in den dritten Abschnitt. Nach vier Punkten in Serie sah sich Lebedew gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen. Doch weder diese Maßnahme noch die Hereinnahme von Roko Sikiric für Björn Höhne zeigten schnellen Erfolg. Mit 25:22 sicherte sich Friedrichshafen auch den dritten Satz und setzte damit die Gäste unter Druck.

Die Berliner spielten auch im vierten Satz nicht unbedingt schlechter, hatten aber die höhere Fehlerquote und waren immer zwei, drei oder vier Punkte hinten dran. Am Ende gewann der VfB auch den vierten Satz verdient. Die Häfler bleiben somit schärfster Verfolger des ungeschlagenen Tabellenführers Haching. „Wir waren nicht abgeklärt genug“, kommentierte Berlins Teammanager Matthias Klee die spannende Partie. Und machteauch ein verbissenes Gesicht.

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