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1:3 in Augsburg : DFB-Team verliert Testspiel gegen die Slowakei

Die deutsche Nationalmannschaft hat in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft einen Rückschlag hinnehmen müssen. Gegen die Slowakei setzte es für den Weltmeister bei widrigen Bedingungen eine 1:3-Schlappe.

Der Deutsche Mario Götze (vorn) rutscht im Zweikampf mit dem Slowaken Martin Skrtel durch eine Pfütze.
Der Deutsche Mario Götze (vorn) rutscht im Zweikampf mit dem Slowaken Martin Skrtel durch eine Pfütze.Foto: dpa

Als das Unwetter direkt über dem Stadion stand, erging es der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nicht anders als jeder x-beliebigen F-Jugendmannschaft. Es blitzte und donnerte und regnete wie aus Kannen. Gut, dass gerade Halbzeitpause war und alle Spieler den Platz schon verlassen hatten. So machten sich nur die Zuschauer aus den Staub und suchten sich ein sicheres Plätzchen im Inneren der Arena. Und so verzögerte sich der Wiederbeginn um fast 25 Minuten. Kurzzeitig stand der Fortgang sogar auf der Kippe. Hinterher darf man sich aus deutscher Sicht fragen, was besser gewesen wäre: 1:2 stand es bei Einbruch des Unwetters, 1:3 hieß es am Ende gegen die Slowakei.

Wenn es nach Marc-André ter Stegen gegangen wäre, er hätte gern verzichtet auf seinen sechsten Länderspieleinsatz. Für Bernd Leno, der gestern neben Joshua Kimmich, später auch Julian Weigl und Julian Brandt sein Debüt gab, kam ter Stegen zu Beginn des zweiten Abschnitts. Fünf Minuten später ließ er einen genau auf ihn geschossenen Ball von Juraj Kucha durch seine Arme und Beine flutschen. Es war sein 14. Gegentor und leider eben nicht das erste Slapstickhafte. Seine Karriere im Auswahltrikot ist mehr als unglücklich. Sie begann mit fünf Gegentreffern im ersten Länderspiel 2012. Unvergessen auch sein fast schon denkwürdigen Patzer bei der USA-Reise, als er über einen Rückpass schlug.

Dabei war es gestern nebensächlich, dass dieses peinliche Gegentor genauso wenig an den zwischenzeitlich unwirtlichen Bodenverhältnissen lag wie die beiden Gegentore kurz vor dem Halbzeitpfiff. Drei Minuten hatten den Slowaken gereicht, um die deutsche Defensive aufzuschlitzen. Zunächst wurde Marek Hamsik nicht attackiert, sodass der Mann vom SSC Neapel den Ball ungehindert in den rechten Winkel schießen konnte. Kurz darauf ließ Kimmich bei einer Ecke seine Gegenspieler Michal Duris entweichen, dessen Kopfballtor das Spiel gekippt hatte.

Löws taktische Ausrichtung mit zwei Zehnern misslang

Bis dahin hatte Löws Mannschaft Spiel und Gegner 40 Minuten lang im Griff. Sie war spielfreudig und dominant und war nach einem Foul an Mario Götze und einem Strafstoß von Mario Gomez rasch in Führung gegangen. Diese neue und völlig ungewohnte Formation um Kapitän Sami Khedira erspielte sich eine Vielzahl von Chancen, die allesamt ungenutzt blieben. Die vielleicht beste bot sich Leroy Sané, der freistehend am slowakischen Torwart scheiterte.

„So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte Bundestrainer Joachim Löw hinterher und wollte das auf die äußeren Umstände verstanden wissen. Aber auch die internen Umstände ließen sich nicht wegdiskutieren. Neun Stammspieler, darunter Thomas Müller, Mesut Özil, Manuel Neuer, Mats Hummels und Toni Kroos, standen aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Verfügung. Die zweite Reihe, die sich zeigen sollte, konnte diese Chance nicht nutzen. Die Debütanten nahm Löw allerdings aus, für sie sei es schwer gewesen auf dem unter Wasser stehenden Platz. „Wir haben insgesamt zu lange gebraucht, um uns auf die Verhältnisse einzustellen, hier war ja keine Chance zu kombinieren“, sagte Löw.

Vor allem offenbarte die zusätzlich von vielen Wechseln durchwürfelte Mannschaft eine ungewohnte Anfälligkeit bei gegnerischen Kontern. Seine taktische Ausrichtung, es mit zwei Zehnern (Götze und Julian Draxler) zu probieren, misslang. Im defensiven, zentralen Mittelfeld ergaben sich zu große Lücken, was Löw hinterher auch einräumte. „Defensiv haben wir es heute nicht gut gemacht.“

Und so ging dieses vorletzte Testspiel vor der Europameisterschaft völlig zurecht verloren. Vor allem ist die Niederlage gegen den biederen EM-Starter aus der Slowakei aber erklärbar. Die Nerven braucht also niemand zu verlieren. Noch bleibe der Mannschaft knapp zwei Wochen Zeit bis zum Turnierauftakt am 12. Juni in Lille gegen die Ukraine. Immerhin zeigte der Test von Augsburg auf, wie es nicht und ohne wen es nicht geht. Immerhin verletzte sich keiner der Spieler. „Gott sei Dank“, sagte Löw bevor er und sein geschlagenes Team sich auf den Weg ins Trainingslager zurück nach Ascona machten.

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