Sport : 1.FC Kaiserslautern: Ein Schutzherr namens Basler

Aufatmen in der Pfalz: Im dritten Anlauf feierte der fehlgestartete 1. FC Kaiserslautern mit dem glanzlosen 1:0 (1:0)-Sieg über den VfB Stuttgart sein erstes Erfolgserlebnis und den Abschied von einem Abstiegsplatz. Im zweiten Anlauf gelang Mario Basler per Nachschuss seines eigenen Freistoßes das erste Saisontor (3.), mit dem der FCK-Kapitän auch seinen Coach Otto Rehhagel aus der Schusslinie zunehmender Kritik nahm. Der Sonntagsschuss, mit dem der von Rehhagel aus München zu seinen pfälzischen Wurzeln zurück geholte Exzentriker einen Teil seiner Bringschuld gegenüber seinem Ziehvater beglich, sorgte für große Erleichterung am Betzenberg. Basler rutschte begeistert auf den Knieen und ließ sich von seinen Mitspielern feiern.

Die zur schnellen Versöhnung neigenden Pfälzer Fans unter den 37 594 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion feierten den Torschützen zwar völlig realitätsfremd schon wieder als "Fußball-Gott", doch Anlass zu großer Euphorie oder überschwänglicher Aufbruchstimmung bestand nicht. Baslers Befreiungsschlag sorgte lediglich für den ersten kleinen Schritt aus der Lauterer Krise und einen der dünn gesäten Höhepunkte des vom Mittelmaß beherrschten Duells zweier Uefa-Cup-Teilnehmer. "Hauptsache drei Punkte. Man hat gesehen, dass heute wieder eine Mannschaft auf dem Platz stand", bilanzierte Basler. Slobodan Komljenovic, im Duell gegen Krisztian Lisztes einer der FCK-Aktivposten, fiel ein "dicker Brocken vom Herzen".

Rehhagel, dessen Reizzustand im Rededuell mit einem seit Bremer Tagen per Hassliebe verbundenen TV-Moderator im Vorwurf der Schwerhörigkeit zum Ausdruck kam, verteilte rundum Lob. Pauschal für die "großartig fightende" Mannschaft, individuell für Matchwinner Basler ("wunderbares Tor"), Vratislav Lokvenc ("unglaubliches Laufpensum") und Dimitri Grammozis, der gegen Stuttgarts ausgewechselten Regisseur Krassimir Balakow ein "Riesenspiel" zeigte. Auch ein Eigenlob des eitlen Rehhagel für das "große Risiko", angesichts der Personalnot mit sieben verletzten und gesperrten Spielern Neuzugang Tomasz Klos und Nobody Miroslav Klose für das "Schicksalsspiel" nominiert zu haben, fehlte selbstverständlich nicht. Vor allem der erst tags zuvor für 2,2 Millionen von AJ Auxerre verpflichtete polnische Nationalspieler erwies sich gegen Heiko Gerber als Verstärkung der löchrigen FCK-Abwehr. Dabei war der frühere Nürnberger Gerber bereits als Mann für die Nationalmannschaft hoch gejubelt worden.

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