Sport : 1. FC Kaiserslautern verliert durch fragwürdigen Elfmeter

Mark Mittasch

Aus der Niederlage schöpfen die "Roten Teufel" neuen Mut. "Alle haben gedacht, der 1. FC Kaiserslautern kriegt in London schön was auf die Mütze. Aber wir haben gezeigt, dass wir noch Fußball spielen können", erklärte Kapitän Ciriaco Sforza nach dem 0:1 (0:1) der Pfälzer im Zweitrunden-Hinspiel des Uefa-Cups bei Tottenham Hotspur. Durch das knappe Ergebnis können die Lauterer vor dem Rückspiel am Donnerstag weiter auf den Einzug in die dritte Runde hoffen. "Das ist noch zu korrigieren", meinte Trainer Otto Rehhagel.

Seine Elf hatte an der Londoner White Hart Lane nach zuletzt desolaten Vorstellungen zumindest kämpferisch einen ansprechenden Eindruck hinterlassen. "Die Einstellung stimmte", erklärte Rehhagel und monierte nur die zu hohe Fehlerquote: "Auch vor dem Gegentor hätten wir die Situation schon im Mittelfeld lösen können."

So erhielt Tottenhams französischer Star David Ginola in der 34. Minute Gelegenheit für seinen spektakulärsten und spielentscheidenden Auftritt vor 35 177 Zuschauern: Sein Sturz nach einem vermeintlichen Foul von FCK-Torwarts Andreas Reinke überzeugte Schiedsrichter Orhan Erdemir (Türkei), um auf Strafstoß zu entscheiden, den Steffen Iversen verwandelte. Reinke beteuerte: "Ich habe die Arme weg genommen und ihn nicht berührt." Auch Ginola selbst bezeichnete den Elfmeter-Pfiff als Fehlentscheidung. "Er hat mir gesagt, dass es kein Strafstoß war. Da sieht man, wer ein cleverer Spieler ist", berichtete Lauterns Luxemburger Jeff Strasser von einer Unterhaltung mit Ginola noch auf dem Rasen.

Elfmeter oder nicht: Tottenhams Erfolg war verdient. In einer an Chancen armen und bestenfalls mittelmäßigen Partie wahrten die "Spurs" ihren Heimnimbus gegen deutsche Europacup-Gegner und blieben im sechsten Vergleich ungeschlagen. Schlechtes Omen für den FCK: In vier der bisherigen fünf Duelle mit deutschen Klubs kam Tottenham eine Runde weiter. "Ich gehe davon aus, dass das Ergebnis zum Weiterkommen reicht", meinte der deutsche Hotspur-Profi Steffen Freund.

Der FCK ist also gewarnt, Sforza wollte denn auch keine übereilte Prognose für die Erfolgsaussichten der Pfälzer abgeben: "Ob unsere Leistung Teil eines Aufwärtstrends ist, wird sich erst in den nächsten zwei, drei Spielen zeigen." Erste Gelegenheit, seine zuletzt dürftige Bundesliga-Bilanz zu verbessern, hat der Deutsche Meister von 1998 morgen beim VfB Stuttgart.

Für Ärger am Rande sorgte der um 15 Minuten auf 21 Uhr vorgezogene Anpfiff der Partie. Tottenham begründete die Maßnahme damit, dass die Londoner Polizei ihre Einsatzpläne nicht mehr auf den allerdings schon vor Wochen festgelegten Termin hätte abstimmen können. Hintergrund war jedoch vielmehr, dass die "Spurs" vergeblich versuchten, für den späteren Spielbeginn von der ARD 500 000 Mark zu kassieren. Die Zeche musste am Ende der Fußball-Fan in Deutschland bezahlen: Statt der ersten sechs Spielminuten lief in der ARD noch das Ende der TV-Serie "Der Klemperer" über den Bildschirm.

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