1. FC Köln : Michael Meier: Vom Sog weggespült

Es war am Ende nur noch eine Frage der Zeit, wann die Gremien des 1. FC Köln diese Entscheidung treffen würden. Nun hat der rheinische Klub Manager Michael Meier entlassen.

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Rotes Tuch für Fans und Medien. Am Ende wurde Michael Meier für alles Schlechte beim 1. FC Köln verantwortlich gemacht.
Rotes Tuch für Fans und Medien. Am Ende wurde Michael Meier für alles Schlechte beim 1. FC Köln verantwortlich gemacht.Foto: dpa

Es war am Ende nur noch eine Frage der Zeit, wann die Gremien des 1. FC Köln diese Entscheidung treffen würden. Nun hat der rheinische Klub Manager Michael Meier entlassen. Während die Öffentlichkeit von diesem Schritt erst gestern Morgen erfuhr, soll dem 61-Jährigen diese Entscheidung bereits am Sonntagabend, nach dem 1:1 im Bundesligaspiel gegen Wolfsburg, mitgeteilt worden sein.

Damit haben die Kölner einen Entschluss gefasst, der von den FC-Anhängern seit Wochen vehement gefordert wurde. Schmähungen und regelmäßige „Meier raus“-Rufe im Kölner Stadion waren lautstarke Ausläufer einer ständigen und regionweiten Diskussion über den Manager. Es entstand ein derart enormer öffentlicher Sog, der es wohl noch nicht einmal dem als ziemlich stur bekannten Vereinspräsidenten Wolfgang Overath möglich machte, weiterhin an seinem Vertrauten festzuhalten.

Zuletzt berichteten täglich drei Kölner Zeitungen darüber, wann der Zeitpunkt für die Trennung denn nun endlich gekommen sei. Manager Meier wurde von allen Seiten für alles verantwortlich gemacht, was im Klub schiefgegangen ist: Für die Anhäufung von 24 Millionen Euro Schulden, für eine schlechte Außendarstellung, vor allem aber für die sportliche Talfahrt, die die Mannschaft nicht erst seit der laufenden Saison hinlegt. Die im Amt verbliebenen Verantwortlichen um Overath haben sich mit dieser Entscheidung erst einmal aus der Schusslinie genommen und die große Wut der Fans einstweilen eingedämmt.

Doch letztlich sind sie nicht minder verantwortlich für die Umstände, die dem FC so schwer zu schaffen machen. Auch Wolfgang Overath sowie die Vizepräsidenten Jürgen Glowacz und Friedrich Neukirch waren vor gar nicht langer Zeit der Auffassung, dass es geradezu ein idealer Schachzug wäre, erst Trainer Christoph Daum zurückzuholen und später dann den verlorenen Sohn Lukas Podolski aus München zu verpflichten.

Das hat sich der FC viel kosten lassen, allein für Podolski rund zehn Millionen Euro Ablöse sowie ein stattliches Gehalt – offenbar zu viel. Denn es ist kein Geld für weitere gestandene Spieler übrig. Viele der Einkäufe wie Mittelfeldspieler Martin Jajalo oder Torhüter Miro Varvodic sind talentiert, aber noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung. Aber sie sind kostengünstig. Eine Vielzahl anderer Zugänge spielt derweil keine Rolle.

Und das, obwohl Wolfgang Overath zu Beginn seiner Amtszeit im Sommer 2004 angekündigt hatte, dass alle Verpflichtungen über seinen Schreibtisch gehen sollten, damit er sich persönlich von der Qualität der künftigen Kölner Profis überzeugen könne. Bei der FC-Mitgliederversammlung vor zwei Wochen gestand er allerdings ein, dass diese Ankündigung nicht alltägliche Praxis war. Overath wies auch darauf hin, dass er schließlich „ehrenamtlich für den Verein“ tätig sei. So war Michael Meier der Hauptverantwortliche für diese für die Bundesliga qualitativ nicht ausreichend zusammengestellte Mannschaft und musste nun dafür die Konsequenzen tragen.

Geschäftsführer Claus Horstmann soll in enger Abstimmung mit dem Vorstand ab sofort den Markt sondieren und die Entscheidung für einen neuen Sportdirektor mit der Gesellschafterversammlung abstimmen. Das ließ der Verein in einer Pressemitteilung verlauten. Der neue Mann soll dann in der Winterpause für Verstärkungen sorgen – mit sehr eingeschränktem finanziellem Spielraum. Derzeit ist eben alles ein wenig schwierig beim 1. FC Köln.

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