Sport : 1. FC Saarbrücken - 1.FC Union: Die letzten Kräfte mobilisiert

Andre Görke

Cristian Fiel war restlos ausgepowert. Als Schiedsrichter Ralf Späker das Auswärtspiel des 1. FC Union beim 1. FC Saarbrücken endlich abgepfiffen hatte, sackte der Mittelfeldspieler erschöpft zu Boden. Mit letzter Kraft schleppte er sich in die Kurve zu den 200 mitgereisten Union-Fans. "Ich bin völlig alle, ich kann nicht mehr, ich bin platt", sagte Fiel. "Ich brauche jetzt unbedingt eine Pause." Dann verschwand er unter der Dusche. Die Strapazen der vergangenen Wochen waren dem Berliner Fußball-Zweitligisten deutlich anzumerken. Durch die Doppelbelastung im Europapokal und in der Zweiten Liga hat die Mannschaft in nur drei Wochen sechs Spiele bestritten. Bis auf das 1:1 in Mannheim haben die Köpenicker alle Partien gewonnen. Ausgepumpt lagen die Spieler nach dem gestrigen 3:2-Sieg beim Tabellenvorletzten Saarbrücken auf dem Rasen. "Diese ganzen Reisen, diese Spiele, die gehen richtig an die Substanz", sagte Abwehrspieler Daniel Ernemann. "Körperlich geht es, aber geistig ist es hart. Du kannst nie abschalten, musst dich alle drei Tage wieder konzentrieren."

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Unions Trainer Georgi Wassilew ließ Ernemann und Bozo Djurkovic erst einmal auf der Ersatzbank. Stürmer Ferdinand Chifon war verletzt in Berlin geblieben. Für sie kamen Ivan Kozak, Harun Isa und Cristian Fiel ins Spiel. In der 16. Minute passte Unions Mittelfeldspieler Ronny Nikol den Ball in den Lauf von Sreto Ristic. Saarbrückens Mannschaftskapitän Thomas Winklhofer sprintete hinterher, riss Unions Stürmer im Laufduell als letzter Mann zu Boden und sah von Schiedsrichter Späker die Rote Karte. Der Freistoß von Unions Mannschaftskapitän Steffen Menze rutschte durch die Mauer und kullerte zur 1:0-Führung ins Tor.

Zehn Minuten nach der Pause erhöhte Harun Isa auf 2:0. Union hätte das Spiel routiniert nach Hause bringen können. Doch Torwart Sven Beuckert rutschte nach einer Stunde Saarbrückens Julian Deguzman völlig überflüssig in die Beine. Den folgenden Foulelfmeter verwandelte Choji zum 1:2. Fünf Minuten vor Abpfiff stellte Unions Ristic, ebenfalls per Foulelfmeter, den alten Abstand wieder her. In der Nachspielzeit verkürzte erneut Choji zum 2:3-Endstand.

Trainer Georgi Wassilew konnte nach dem Sieg durchatmen. "Wir hatten in diesem Monat ein sehr schweres Programm. Wir standen chronisch unter physischem Druck. Sicher, wir haben heute Fehler gemacht und manchmal etwas unglücklich agiert", sagte er. "Aber das Endergebnis ist nicht zufällig."

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