Sport : 1. FC St. Pauli

Union will wie die Hamburger spielen – und endlich wieder gewinnen

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Schwer abzuschütteln. Das Hinspiel bei St. Pauli hat Union mit Torsten Mattuschka (links) 0:3 verloren. Heute soll es mit veränderter Taktik besser laufen. Foto: dpa
Schwer abzuschütteln. Das Hinspiel bei St. Pauli hat Union mit Torsten Mattuschka (links) 0:3 verloren. Heute soll es mit...Foto: picture alliance / dpa

Berlin - Richtig locker könnte es der 1. FC Union jetzt angehen lassen. Er könnte es zum Beispiel einfach nur genießen, am Sonnabend vor großer Kulisse gegen den FC St. Pauli aufzuspielen (13 Uhr, Alte Försterei, live bei Sky) – längst ist die Partie gegen den Hamburger Klub ausverkauft. Und die Mission Klassenerhalt für den Köpenicker Zweitligisten erledigt. Oder? Nicht doch. „Es sind schon die verrücktesten Dinge im Fußball passiert“, sagt Uwe Neuhaus. Unions Trainer will sich deshalb auch gar nicht erst auf irgendwelche Spielchen einlassen: „Wir werden uns nach der Begegnung nicht hinstellen und sagen: Jetzt haben wir es geschafft.“

Wahrscheinlich könnte der Coach in seiner ruhigen, besonnenen Art am Samstagnachmittag genau dies tun – egal wie die Partie ausgeht. 38 Punkte hat seine Mannschaft bislang gesammelt und es müssten schon einige wilde Absurditäten zusammenkommen, damit sie von Rang zwölf noch in die Abstiegszone rutscht. Aber erstens scheint der Glaube an höhere Fußballmächte gerade drei Spieltage vor Saisonende besonders ausgeprägt und zweitens gilt es, die Spannung aufrechtzuerhalten. Auch weil die Köpenicker zeigen möchten, dass sie das mit dem Gewinnen noch können. Sieben Mal in Folge hat es zuletzt nicht geklappt.

Warum also nicht gegen die Hamburger? Schließlich sind die „hinten anfällig“ wie Neuhaus beobachtet hat. Ganz anders als sein eigenes Team, das sich am vergangenen Wochenende beim Spitzenreiter aus Kaiserslautern erfolgreich zu einem 1:1-Unentschieden gemauert hat. „Wir haben dort bewiesen, wie diszipliniert und taktisch konzentriert wir gegen einen auf Aufstiegskandidaten spielen können“, findet der Köpenicker Sportdirektor Christian Beeck. Im Heimspiel gegen den anderen Aufstiegskandidaten, den Tabellenzweiten St. Pauli, allerdings soll eine andere Taktik her.

Die Hanseaten will man sozusagen mit deren Mitteln schlagen, von denen Unions Trainer geradezu schwärmt. Da ist von einer „unglaublich laufstarken und kombinationssicheren“ Mannschaft die Rede und von „schön herausgespielten Torchancen“. Damit die Köpenicker dem offensivstärksten Ligakonkurrenten etwas entgegenzusetzen haben, arbeiteten sie zuletzt vermehrt am Spiel nach vorne. In diesem Zusammenhang passt es ganz gut, dass sich Björn Brunnemann pünktlich zum Spiel gegen seinen früheren Verein nach langer Verletzungspause fit gemeldet hat – mit seiner Schnelligkeit und seinem Ideenreichtum könnte er die Berliner Torgefahr erhöhen.

Denn in den beiden zurückliegenden Begegnungen hat Union in dem Bereich eher von einer fragwürdigen Elfmeterentscheidung und einem Eigentor des Gegners profitiert. Und deswegen verspricht Uwe Neuhaus – begleitet von einem ordentlichen Schmunzeln –, dass „wir uns diesmal bemühen, endlich mal wieder selbst ein Tor zu schießen“. Ein bisschen Lockerheit ist dann wohl doch schon erlaubt beim 1. FC Union.

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