Sport : 1. FC Union: Auf den Poker folgt die Suche

Klaus Rocca

Manch einer kann sich schnell trösten. Auch Heiner Bertram, der Präsident des 1. FC Union Berlin. "Wer weiß, ob er mit seinen 33 Jahren in der Zweiten Liga überhaupt zum Zuge gekommen wäre." Er, das ist Daniel Teixeira. Und dessen Toren hatte der 1. FC Union primär den Aufstieg in die Zweite Fußball-Bundesliga zu verdanken. Doch nun ist es aus mit der Freundschaft. Der Brasilianer, ausgeliehen vom KFC Uerdingen, zeigte Union die kalte Schulter. Oder besser gesagt: Uerdingen spielte nicht mit. Wieder einmal trennte das Geld.

Zum Thema Online Spezial: Unions Weg in die Zweite Liga 900 000 Mark, sagt Bertram, wollte der KFC, nur eine halbe Million sei er bereit gewesen zu zahlen. Bertram: "Mehr lässt unser Budget nicht zu." Zudem habe er nicht den Eindruck gehabt, dass Teixeira bei Union hätte bleiben wollen. Was bei 500 000 Mark so unverständlich nicht ist. Schließlich soll Teixeira zu 20 Prozent an der Ablösesumme partizipieren. Nun soll er zur Spvgg Greuther Fürth gehen, für 700 000 Mark. Der Haken ist nur: In Fürth weiß man nichts davon. Vizepräsident Wolfgang Gräf: "In keiner Sekunde haben wir daran gedacht, für einen 33-Jährigen so viel Geld auszugeben." Was bedeutet, dass Uerdingen weiter nach einem Interessenten für Teixeira suchen muss. Reinhold Klee, der Sportliche Leiter, sieht da keine Probleme: "Verschiedene Bundesligisten haben Kontakt zu uns aufgenommen." Und dann hat man Teixeira für nicht einmal eine Million Mark dem 1. FC Union angeboten? Klee verweist dabei auf die "guten Kontakte nach Berlin. Uns hat völlig überascht, dass die Gespräche in die Sackgasse führten. Wir waren felsenfest davon überzeugt, dass Teixeira beim 1. FC Union bleibt."

Auch wenn sich Präsident Bertram schnell getröstet hat: Nun heißt es für Union, Ersatz zu suchen. Der Braunschweiger Claus Grzeskowiak, als Kandidat genant, ist für Bertram "überhaupt kein Thema". Sreto Ristic schon eher. Zumal der für Trainer Georgi Wassilew der "Wunschkandidat" ist. Noch in dieser Woche soll der gebürtige Jugoslawe, inzwischen Fußball-Deutscher, nach Berlin kommen. Aus Ulm, wo der 25-Jährige zuletzt spielte. Zum SSV kam er in der Winterpause über Reutlingen, VfB Stuttgart und den portugiesischen Klub FC Campomairense. Überragendes hat der 1,88 m große Ristic, im Gegensatz zu Teixeira enorm lauffreudig, allerdings bislang noch nicht vollbracht. Für Ulm erzielte er gerade mal zwei Tore, wurde durch Muskelfaserrisse aber immer wieder zurückgeworfen.

Ristic ist zwar ablösefrei, soll aber hohe finanzielle Forderungen stellen. Was Bertram erschreckt, schließlich will er noch zwei, drei weitere Spieler holen. Dass dabei die für Daniel Teixeira vorgesehenen 500 000 Mark nicht ausreichen, versteht sich von selbst. Heute, auf der Mitgliederversammlung, wird Bertram noch keine Erfolgsmeldung abgeben können.

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