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1.FC Union Berlin - 1. FC Heidenheim 3:1 : Wie zwei Boxer ohne Deckung

Der 1. FC Union Berlin revanchiert sich gegen den 1. FC Heidenheim für die Niederlagen in der Hinrunde und im Pokal und gewinnt eine rasante Zweiliga-Begegnung mit 3:1.

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Die Entscheidung: Christopher Quiring jubelt nach seinem Treffer zum 3:1. Foto: dpa
Die Entscheidung: Christopher Quiring jubelt nach seinem Treffer zum 3:1.Foto: dpa

Sie hüpften und sie sangen, die mitgereisten Fans des 1. FC Heidenheim, dabei hatte Christopher Quiring just vor ihren Augen gerade das 3:1 für den 1. FC Union erzielt. Aus ihrer Sicht kein Grund zum Feiern, aber vielleicht erfreuten sie sich einfach nur an diesem rasantem Zweitliga-Spiel, das sie am Sonntagnachmittag geboten bekamen. Am Ende siegte der 1. FC Union 3:1 (2:1) gegen Heidenheim und schob sich vorübergehend auf den neunten Tabellenplatz vor.

Das erste Tor gab es gleich nach vier Minuten zu sehen. Ihren ersten Angriff nutzten die Gäste, um in Führung zu gehen. Florian Niederlechner zog von der rechten Seite in den Strafraum, setzte sich gegen Michael Parensen und Roberto Puncec durch und legte den Ball auf Marc Schnatterer ab, der aus elf Metern sicher mit der Innenseite einschob. Wie so oft in dieser Saison lag Union mal wieder zurück. „Eigentlich hatten wir vor, in den ersten 15 Minuten so zu agieren, dass wir diejenigen sind, die in Führung gehen. Das ist uns erneut nicht gelungen“, ärgerte sich Unions Trainer Norbert Düwel.

Das vertraute Gefühl hielt aber nicht lange an, drei Minuten später glich Kapitän Damir Kreilach aus. „Es war sehr wichtig, dass der Ausgleich so früh gefallen ist, weil Heidenheim gut im Spiel war“, sagte Düwel. Und so war es passiert: Fabian Schönheim drehte sich auf der linken Seite um einen Gegenspieler herum und flankte mit seinem eigentlich schwächeren rechten Fuß präzise in den Fünfmeterraum. Kreilach traf den Ball aus vollem Lauf volley, Heidenheims Torwart Rouven Sattelmaier hatte keine Abwehrchance.

Wie zwei Boxer ohne Deckung: Beide Mannschaften drückten mächtig aufs Tempo

Welch ein Start. Und es wurde noch besser. Beide Mannschaften drückten mächtig aufs Tempo, wie zwei Boxer ohne Deckung schlugen sie in Form von präzisen, schnellen Angriffen aufeinander ein. Schnatterer vergab für Heidenheim, nur wenige Augenblicke später scheiterte Björn Jopek auf Berliner Seite. Die 16512 Zuschauer hatten ihre Freude, sie raunten, sie klatschten und schlugen die Hände über dem Kopf zusammen, wenn eine der Mannschaften mal wieder kurz vor dem Ziel scheiterte. Die erste Halbzeit war die unterhaltsamste der ganzen bisherigen Saison, auch wenn Düwel haderte: „Ich bin nicht in allen Belangen mit der Mannschaft zufrieden. Im spielerischen Bereich hat nicht alles funktioniert, wir haben nicht das gespielt, was wir können.“

Nicht leugnen konnte Düwel aber die hervorragende Art und Weise, wie seine Mannschaft die Führung herausspielte. Der ganz starke Damir Kreilach spielte einen öffnenden Pass genau in den Lauf des ganz starken Fabian Schönheim, dessen scharfe Eingabe von der linken Seite verwertete der einlaufende Sören Brandy zum 2:1 – ein Angriff, wie ihn Fußballer im Training hundert Mal üben und der im Spiel doch so selten gelingt.

Union wurde immer dominanter, im Angriff wirbelten die agilen Christopher Quiring, Steven Skrzybski, Björn Jopek und Sören Brandy die Heidenheimer Abwehr durcheinander. Düwel hatte auf die Sperre seines erfolgreichsten Torjägers Sebastian Polter mit einem 4-1-4-1-System reagiert. Brandy gab die einzige Spitze, auf den Außen sorgten Skrzybski und Quiring für Tempo und in der Mitte führten Jopek und Kreilach Regie.

Die Frage war nur, wann beide Mannschaften dem hohen Tempo Tribut zollen müssen. Das Unvermeidliche trat nach gut einer Stunde ein, zu diesem Zeitpunkt hatte Union die Führung aber schon auf 3:1 ausgebaut. Wieder war es der aufgerückte Linksverteidiger Fabian Schönheim, der den Ball ins Zentrum brachte, wo Quiring nur noch einzuschieben brauchte. Den Vorsprung verwalteten die Berliner dann geschickt, sie hielten den Ball in den eigenen Reihen oder verengten bei gegnerischem Ballbesitz konsequent die Räume. Heidenheim fiel nicht mehr viel ein. Lediglich Mathias Witteks Kopfball, der die Latte streifte und ein später Versuch von Niederlechner, der aus fünf Metern über das Tor schoss, sorgten für Gefahr. 

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