1. FC Union Berlin : Der Rest ist auslaufen

Sechs Spieltage stehen in der Zweiten Liga noch auf dem Programm und der 1. FC Union findet sich in einer gewohnten Situation wieder. Im April ist die Saison aus Berliner Sicht gefühlt durch, der Rest ist auslaufen.

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Er steht noch unter Strom. Unions Trainer Norbert Düwel.
Er steht noch unter Strom. Unions Trainer Norbert Düwel.Foto: dpa

Am Montag leiteten André Hofschneider und Daniel Wolf das Training beim 1. FC Union. Trainer Norbert Düwel war wegen einer persönlichen Angelegenheit verhindert, also übernahmen seine Assistenten. Reine Routineangelegenheit. Am Tag nach den Spielen heißt Training in Fußballerkreisen Auslaufen. Muskeln werden gelockert und gedehnt, manchmal fahren Unions Spieler mit dem Fahrrad durch die Wuhlheide, spielen Fußball-Tennis oder laufen ein paar Runden. Am Ende gibt es meist ein lockeres Spielchen.

Nun ist es nicht ganz gerecht, zu behaupten, das, was der 1. FC Union und der VfR Aalen am Sonntag im Stadion An der Alten Försterei boten, sei eine verwandte Disziplin des Auslaufens gewesen. Dafür traten vor allem die Gäste zu engagiert auf. Aber nach dem 1:1 befinden sich die Berliner in einer Situation, die es ihnen theoretisch erlaubt, die restlichen sechs Saisonspiele etwas lockerer angehen zu lassen. Natürlich würde das niemand zugeben. „Das ist Quatsch. Es gibt Spieler, die sich noch für einen neuen Vertrag bei Union oder einem anderen Verein empfehlen wollen“, sagt Sebastian Polter, der gegen Aalen per Elfmeter zum 1:1 traf.

Wie immer: Anfang April ist die Saison aus Berliner Sicht gefühlt durch

Die Gegenwart ist allerdings die: Als Neunter liegt Union elf Punkte vor dem Sechzehnten, der am Ende ein Relegationsspiel gegen den Dritten der Dritten Liga bestreiten muss. Zum Dritten der Zweiten Liga beträgt der Rückstand dreizehn Punkte, dort ist kein Rankommen mehr. Also ist es wie immer in den vergangenen Jahren. Anfang April ist die Saison aus Berliner Sicht gefühlt durch, der Rest ist auslaufen. Dann kommen Spiele wie gegen Aalen zustande, in denen wenig gelingt, weil sich das Engagement im bescheidenen Rahmen hält. Am Sonntag bemängelte Trainer Düwel die fehlende Laufbereitschaft seiner Spieler. Unions Angriffe wirkten oft statisch, es mangelte an Bewegung. Anders die Aalener, die rannten und kämpften, weil sie jeden Punkt benötigen, um am Ende vielleicht doch noch in der Liga zu bleiben.

Unions Trainer Düwel ist noch nicht im Auslauf-Modus. Er versucht, Spannung bei seinen Spielern zu erzeugen, indem er die Mannschaft immer wieder umstellt. Personell und taktisch. Gegen Aalen ließ Düwel wie schon des Öfteren unter seiner Führung mit Dreierkette in der Abwehr spielen. Roberto Puncec, sonst unumstrittener Stammspieler, musste zum zweiten Mal in dieser Spielzeit auf die Bank. Es spielten Michael Parensen, Toni Leistner und Christopher Trimmel. An ihnen lag es jedoch nicht, dass das System nicht funktionierte. Aus dem Mittelfeld kamen zu wenige Angebote beim Spielaufbau. Am kommenden Sonntag muss Union in Fürth (13.30 Uhr) antreten. Gegen diesen Gegner sahen die Berliner bisher immer schlecht aus. Egal, zu welchem Zeitpunkt der Saison.

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