1. FC Union Berlin : Die Zukunft spielt mit

Mittelfeldspieler Hüzeyfe Dogan kämpft beim 1. FC Union um die Verlängerung seines Vertrags. Gegen Koblenz hat er mit zwei Treffern eine gute Bewerbung abgegeben.

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Der Dank geht nach oben. Hüzeyfe Dogan freut sich über eines seiner beiden Tore beim 3:2-Sieg über Koblenz. -Foto: König

Hüzeyfe Dogan rannte einfach weg. So schnell es nur ging. Auf direktem Weg suchte der Mittelfeldspieler des 1. FC Union nach seinem Führungstreffer gegen die TuS Koblenz den Weg zur Ersatzbank. Dort angekommen, schloss er die Auswechselspieler Karim Benyamina und Kenan Sahin in die Arme – und jubelte wie wild mit ihnen herum. „Das war so abgemacht, wenn ich ein Tor schieße“, sagte Dogan, der am Freitagabend noch ein weiteres Mal zum Jubel ansetzte – auch den zweiten Treffer des Berliner Fußball-Zweitligisten erzielte er. Am Ende gewann Union vor allem dank Hüzeyfe Dogan mit 3:2.

Dass Dogan sich nach seinem Kopfballtor zum 1:0 nicht zuerst bei seinen Kollegen auf dem Spielfeld bedankte, sondern über die Ersatzspieler herfiel, ist bezeichnend. Es ist nämlich gar nicht lange her, da musste Hüzeyfe Dogan bei den Köpenickern selbst auf der Ersatzbank Platz nehmen. Trainer Uwe Neuhaus hatte den 29 Jahre alten Deutsch-Türken, der in der vergangenen Drittliga-Saison und zu Beginn der laufenden Spielzeit fester Bestandteil der Mannschaft gewesen war, aussortiert. Die Konkurrenz war zu stark; Dogans Leistungen für seinen Trainer nicht mehr gut genug. Erst seit drei Partien hat der Mittelfeldspieler nun wieder einen Stammplatz inne, weil Union einige Verletzte und Rekonvaleszenten mit sich herumschleppt. Und, weil sich Hüzeyfe Dogan selbst wieder herangekämpft hat.

Seine beiden Tore gegen die Koblenzer dürften dazu beigetragen haben, dass er auch in den künftigen Begegnungen wieder von Beginn an auflaufen wird. Auch wenn er selbst bescheiden bleibt – und ganz eigene Beweggründe für seine Torgefahr angibt. „Nur weil ich zwei Tore gemacht habe, möchte ich nicht den Mund so groß aufmachen“, sagte Hüzeyfe Dogan nach der Partie. „Ich bin Gott dankbar, dass er mir zwei Tore geschenkt hat.“ Noch vor einer Woche, bei Unions 0:3-Niederlage in Paderborn, gelang dem 29-Jährigen fast nichts. Am Freitag hingegen überzeugte er nicht nur durch zwei Tore, er setzte sich auch unermüdlich ein, arbeitete viel nach hinten mit, als es für seine Köpenicker gefährlich wurde. Mehr als 10 000 Fans bedankten sich dafür bei seiner Auswechslung in der 80. Minute mit tosendem Applaus.

Und das, obwohl er sich „eigentlich gar nicht so gut fühlte“, wie er sagte. „Aber wenn die Mannschaft ordentlich spielt, ist es auch für mich einfacher.“ Dass Dogan in erster Linie Werbung in eigener Sache macht, kommt ihm nicht über die Lippen. Dabei spielt er im Moment um seine Zukunft in Berlin-Köpenick: Eine Vertragsverlängerung steht noch aus. Offiziell will er davon nichts wissen. Natürlich – Hüzeyfe Dogan ist ein Teamplayer. „Wichtig war, dass wir gegen Koblenz drei Punkte geholt haben“, sagte er. „Das ist entscheidend für die Moral, das Selbstbewusstsein und die nächsten beiden Auswärtsspiele in Rostock und Ahlen. Die müssen wir genauso angehen wie die Partie gegen Koblenz.“ Also auch mit Hüzeyfe Dogan in der Startformation.

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