1. FC Union Berlin : Patrick Kohlmann und der richtige Moment

Unions Außenverteidiger Patrick Kohlmann erhofft sich für die Begegnung beim FC Ingolstadt einen Platz in der Startformation. Zu Beginn der Saison musste sich der 30-Jährige mit der Ersatzbank begnügen.

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Irgendwie dazwischen gehen: Unions Außenverteidiger Patrick Kohlmann bei einer beherzten Abwehraktion.
Irgendwie dazwischen gehen: Unions Außenverteidiger Patrick Kohlmann bei einer beherzten Abwehraktion.Foto: dpa

Berlin - In den kommenden Wochen steht den Fußballern des 1. FC Union ein intensives Programm aus Meisterschaft und DFB-Pokal bevor. So intensiv, dass Trainer Uwe Neuhaus sich zu einem Appell an seine Spieler genötigt sah. „Jetzt kommt eine ganz wichtige Phase, in der jeder eine gewisse Disziplin aufbringen muss“, sagte Neuhaus. Hauptsächlich waren damit jene gemeint, die zurzeit zum zweiten Glied gehören. „Wir haben vier Spiele in drei Wochen, es werden Sperren und Verletzungen kommen, der ein oder andere wird auch mal eine Pause benötigen.“ Es liege jetzt an den Spielern, die mit ihren Einsatzzeiten nicht so zufrieden sind, auf den Moment warten zu können, in dem sie gebraucht werden.

Gut möglich, dass Neuhaus dabei an Patrick Kohlmann dachte. Unions linken Außenverteidiger zeichnete in dieser Saison vor allem aus, dass er auf den richtigen Moment warten konnte. Zu Saisonbeginn fand sich Kohlmann erst einmal auf der Ersatzbank des Zweitligisten wieder. Eine ungewohnte Situation für den 30-Jährigen, der seit seiner Ankunft in Berlin im Jahre 2008 immer zum Stammpersonal gehörte. In der abgelaufenen Spielzeit war Kohlmann sogar zum Vizekapitän ernannt und damit Stellvertreter von Torsten Mattuschka geworden. Gemeinsam mit Michael Parensen bildete Kohlmann auf der linken Seite ein überdurchschnittliches Duo in der Zweiten Liga. Im Sommer legte Neuhaus jedoch fest, dass Parensen und Kohlmann in Zukunft um die Position des linken Außenverteidigers konkurrieren sollen, weil der bundesligaerfahrene Neuzugang Benjamin Köhler in der Offensive der Berliner gesetzt war. Parensen gewann den Zweikampf. Kohlmann zeigte sogar Verständnis. „Der Verein hat Ambitionen. Und bei der Qualität im Kader muss man auch mal damit klarkommen, wenn es persönlich nicht so gut läuft.“ Erst als sich Baris Özbek verletzte und Parensen dafür ins defensive Mittelfeld rückte, durfte Kohlmann wieder von Beginn an spielen. Özbek steht beim Auswärtsspiel in Ingolstadt am heutigen Sonntag (13.30 Uhr) zum ersten Mal seit seiner Pause wieder im Kader. Dass Kohlmann dafür zurück auf die Bank muss, ist aber nahezu ausgeschlossen. „Er war in den Spielen, in denen er dabei war, ganz wichtig für uns und hat richtig gute Leistungen gezeigt. Er hat seine Chance total genutzt“, sagt Neuhaus. Bei dem Heimsieg vor zwei Wochen gegen den FC St. Pauli (3:2) gelang Kohlmann seine erste Torvorlage in dieser Saison, als er zielgenau auf Adam Nemec flankte. Typisch Kohlmann, dass er danach auf Understatement machte. „Es ist einfach, wenn man so einen starken Kopfballspieler wie Adam im Team hat.“

Kohlmann soll Nemec heute gegen dessen alten Klub wieder mit Flanken füttern, es ist anzunehmen, dass Özbek in Ingolstadt erst einmal draußen bleibt. Grund zum Wechseln besteht für Trainer Uwe Neuhaus auch nicht, die Berliner haben seit der Auftaktniederlage gegen den VfL Bochum (1:2) nicht mehr verloren und stehen auf Platz zwei in der Tabelle hinter Spitzenreiter Greuther Fürth. Der Bundesliga-Absteiger ist dann am kommenden Freitag (18.30 Uhr) im Stadion An der Alten Försterei der nächste Gegner des 1. FC Union. Die Berliner könnten dann möglicherweise die Tabellenführung übernehmen. Davon will Neuhaus aber noch nichts wissen. „Ich hoffe, dass wir die Leistungen von vor der Länderspielpause bestätigen können. Die Tabelle ist zu diesem Zeitpunkt nur bedingt aussagekräftig.“ Ähnlich äußerte sich auch Patrick Kohlmann. Unions Außenverteidiger und sein Trainer liegen derzeit auf einer Wellenlänge. Sebastian Stier

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