1. FC Union Berlin : Union bewegt sein Personal

Beim 1. FC Union Berlin ist bislang nicht jeder Zugang ein Gewinn – Chinedu Ede allerdings schon.

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Nach dem 2:1-Sieg gegen den VfL Bochum am vergangenen Spieltag möchten die Unioner gegen 1860 München nun einen weiteren Sieg nachlegen.
Nach dem 2:1-Sieg gegen den VfL Bochum am vergangenen Spieltag möchten die Unioner gegen 1860 München nun einen weiteren Sieg...Foto: dapd

Berlin - Die Meldung überraschte. Vor dem heutigen Auswärtsspiel bei 1860 München (13.30 Uhr, live auf Sky) verlängerte Fußball-Zweitligist 1. FC Union den 2012 auslaufenden Vertrag von Chinedu Ede gleich um drei Jahre. Dabei gehört der im Januar 2010 verpflichtete Mittelfeldspieler derzeit nicht zum Stammpersonal. Trainer Uwe Neuhaus hofft beim Offensivmann auf einen Motivationsschub. „Er hat sein Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft“, sagt Neuhaus. „Ich glaube, dass ihm die Kontinuität der Arbeit, die ein langfristiger Vertrag gewährleistet, gut tun wird.“

Wenn Ede über seine bisherige Mitläuferrolle hinauskommt, hat Neuhaus alles richtig gemacht. Wenn nicht, droht Union eine weitere Planstelle, mit der weder der Verein noch der Spieler zufrieden sein dürfen. Abschreckend sind die Beispiele von Jerome Polenz und Halil Savran. Beide wurden im Sommer 2010 als neue Hoffnungsträger vorgestellt. Jetzt wäre Union froh, die beiden Akteure bis zum Ende der Transferperiode am 31. August von der Gehaltsliste zu bekommen.

Polenz machte das letzte seiner sechs Zweitligaspiele für Union im Dezember 2010. Seitdem hat er die Freigabe. Er trainiert nur noch mit, um sich fitzuhalten. Savran ist aus Sicht von Neuhaus „kein zweiter Fall Polenz“. Noch vor wenigen Wochen erwartete Neuhaus von dem ehemaligen Dresdner, dass er sich durchbeißt. Doch inzwischen hilft Savran auch sein riesiger Trainingsfleiß nicht mehr. „Ich habe gehofft, dass seine Entwicklung noch weiter geht. Das ist im Moment nicht der Fall. Perspektivisch wollen wir Steven Skrzybski aufbauen“, sagt Neuhaus. „Wenn Halil einen Verein findet, muss man sich zusammensetzen.“ Der Vertrag von Savran, der seine 25 Zweitligapartien (zwei Tore) meist als Joker bestritt, läuft noch bis 2012.

Dass eine Zukunftsplanung im Sport immer mit Risiken verbunden ist, zeigen auch die anderen drei Sommerzugänge von 2010. Santi Kolk, der einen Vertrag bis 2013 besitzt, kam wegen zahlreicher Verletzungen nie richtig bei Union an und wurde im Juli an NAC Breda ausgeliehen. Marcel Höttecke und Ahmed Madouni konnten in dieser Saison die Erwartungen nicht erfüllen. Höttecke, der im Herbst 2010 Jan Glinker als Stammtorwart ablöste, muss zum dritten Mal in seiner Unioner Zeit wegen muskulärer Probleme lange aussetzen. Madouni konnte in den ersten Wochen nur verbal als Führungsspieler überzeugen. Erst nach der Verletzung von Daniel Göhlert kehrte er beim 2:1-Sieg gegen Bochum in die Stammelf zurück.

Von den Zugängen dieser Saison hatten vor allem Patrick Zoundi und Marc Pfertzel große Anpassungsprobleme. Zoundi, der bei Ligakonkurrent Düsseldorf keinen neuen Vertrag erhalten hatte, unterlag im Duell auf der rechten Außenbahn Christopher Quiring. Pfertzel fehlte nach seinem halbjährlichen Engagement beim griechischen Erstligisten AO Kavala die Spielpraxis. Gegen Bochum musste er mit Wadenkrämpfen ausgetauscht werden. In der Regel von Beginn an liefen die Angreifer Simon Terodde (Leihgabe vom 1. FC Köln) und Silvio Carlos de Oliveira (FC Zürich) sowie Defensivmann Markus Karl (FC Ingolstadt) auf. Terodde konnte bislang aber keinen Treffer erzielen. Silvio traf schon zweimal. Und Karl saß aus taktischen Gründen gegen Bochum zunächst auf der Bank.

Steigerungspotenzial besitzen sie alle. Vielleicht wird es schon in München sichtbar, wo Union in den letzten beiden Spielzeiten mit 0:2 und 0:1 unterlag.

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