1. FC Union Berlin : Wenn Köpfe arbeiten

Neuzugang Simon Terodde will im Heimspiel gegen Ingolstadt endlich seinen ersten Pflichtspieltreffer für Union erzielen.

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Die Bälle kriegen andere. Unions Terodde (l.) sieht Bochums Maltritz nach.
Die Bälle kriegen andere. Unions Terodde (l.) sieht Bochums Maltritz nach.Foto: dpa

Simon Terodde sieht böse aus. Der Stürmer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin macht auf dem Ansetzungsplakat zum Heimspiel gegen den FC Ingolstadt einen aggressiven Eindruck. Vielleicht hat er in der Tat ein bisschen die Lockerheit verloren, die die Leihgabe des 1. FC Köln im Sommer ausgezeichnet hat.

Mit neun Treffern in der Vorbereitung war der 23-Jährige Unions erfolgreichster Torschütze. Doch da hießen die Gegner Lichtenberg 47, Victoria Seelow, Germania Schöneiche und FC Carl Zeiss Jena. Noch konnte der 1,92 Meter große Stürmer nicht widerlegen, dass er nur gegen unterklassige Teams erfolgreich sein kann. In der Zweiten Liga rennt er seit sechs Partien seinem ersten Saisontreffer hinterher. In Zahlen ausgedrückt sind das 540 Minuten beziehungsweise neun Stunden. „Ich habe jedes Spiel durchgespielt. Gerade wenn die Mannschaft verliert, wird schon drauf geschaut“, sagte Terodde nach der 1:3-Niederlage bei 1860 München im letzten Punktspiel. „Meine Ansätze sind gut. Es geht darum, im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen.“

Bei der Vorstellung des Spielers hatte Trainer Uwe Neuhaus erklärt, dass Simon Terodde einen Stürmertyp verkörpert, wie ihn der Verein in den letzten Jahren noch nicht besaß. Neuhaus meinte damit auch die Robustheit und Einsatzstärke, die Terodde einbringt. Sie dürfte auch der Grund dafür sein, dass Terodde bislang immer in der Startelf stand. Auch gegen den FC Ingolstadt wird das wohl so sein.

„Ich weiß, dass ein Stürmer an Toren gemessen wird. Aber Simon muss einfach weitermachen, irgendwann passiert es“, sagte Neuhaus. „Er arbeitet enorm viel für die Mannschaft. Dann kann man leichter drüber wegsehen, dass er noch nicht getroffen hat.“

Ein kleines Erfolgserlebnis konnte Terodde unter der Woche verbuchen. Beim 15:0-Erfolg im Freundschaftsspiel beim Siebtligisten SSV-Köpenick Oberspree gelang dem fünffachen Kölner Erstliga-Spieler der Treffer zum 1:0. „Auch ein Testspiel ist wichtig, um Selbstvertrauen zu tanken“, sagte Terodde. Die Rückendeckung genießt der Angreifer, der in Köln zwischen erster und zweiter Mannschaft gependelt ist. „Das ist ein gutes Gefühl, dass der Trainer wahrscheinlich noch an mich glaubt. Deswegen will ich es ihm mit Toren zurückzahlen“, sagt Terodde.

Neuhaus glaubt, die Gründe für die Ladehemmung seines Hoffnungsträgers zu kennen. „Ich kann mir vorstellen, dass es nun bei Simon im Kopf anfängt zu arbeiten. Er hatte die größte Ruhe vor dem Tor“, erinnerte sich Neuhaus. „Dass das jetzt nicht mehr so ist, ist nachvollziehbar. Er versucht mit aller Gewalt, das Ding reinzumachen. Mal sehen, was die Zukunft bringt.“

Die Sturmkollegen haben schon ihre Tore gemacht. Silvio Carlos de Oliveira war beim FSV Frankfurt (1:1) und gegen den VfL Bochum (2:1) jeweils einmal vom Strafstoßpunkt erfolgreich. John Jairo Mosquera traf gegen Bochum und bei 1860 München (1:3) sogar zwei Mal in Serie. Den Ruf des früheren Chancentods hat Mosquera damit noch nicht abgelegt. Dennoch muss der Kolumbianer derzeit irgendwas besser machen als Terodde. „Er schießt im Moment das Tor. Ich leider nicht“, sagt Terodde. Beim 1. FC Union fühlt er sich dennoch bestens aufgehoben. Terodde: „Ich bin angekommen in der Mannschaft und in der Zweiten Liga.“

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