1. FC Union. : Daniel Schulz ist besessen vom Comeback

Wie Verteidiger Daniel Schulz sich beim 1. FC Union zurück ins Team kämpft. Gegen Duisburg könnte er am Sonntag seit langem wieder in der Startformation stehen.

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Wieder dran? Daniel SchulzFoto: ddp

So sieht Fleiß aus. Als die meisten Spieler des 1. FC Union nach dem Training am Freitag schon längst in der Kabine verschwunden waren, arbeitete Daniel Schulz noch hart. Auf dem Übungsrasen an der Wuhle schulte der 24 Jahre alte Defensivspieler an einem Pendel sein Kopfballspiel. Kein seltenes Bild. Denn kein anderer des Berliner Fußball-Zweitligisten ist so akribisch und verbissen wie Daniel Schulz. „Er arbeitet wie ein Besessener, wie ein Wahnsinniger an seiner Fitness“, sagt auch sein Trainer Uwe Neuhaus. „So etwas habe ich wahrscheinlich in meiner gesamten Zeit als Trainer noch nicht gesehen.“

Heute, wenn Union im Stadion An der Alten Försterei auf den MSV Duisburg (13.30 Uhr, live auf Sky) trifft, könnten die Zusatzschichten des Verteidigers endlich wieder belohnt werden. Dann könnte Schulz, der teilweise freiwillig bei Unions Amateuren in der Sechsten Liga Spielpraxis sammelte, von der Sperre von Daniel Göhlert sowie zahlreichen Verletzten profitieren. Und wieder in die Startformation rücken. Zuletzt hatte sich Schulz immer wieder hinten anstellen müssen – für die Köpenicker Stammelf reichte es nicht mehr. Zwei schwere Knieverletzungen kosteten ihn die Form, die ihn einst in die U-21-Nationalmannschaft befördert und ihn für die Berliner wertvoll gemacht hatte. Zum Höhepunkt seiner Leidenszeit, die sich in immer weniger Einsätzen niederschlug, verlor er im Sommer 2009 das Kapitänsamt bei Union. In der Hinrunde dieser Saison wurde er sogar zum zweitklassigen Einwechselspieler degradiert – in drei Partien kam er gerade einmal auf zehn Minuten Nettospielzeit.

Dass der Trainer Schulz und nicht Michael Bemben in den freien Platz in der Vierer-Abwehrkette stellt, ist wahrscheinlich. „Vom Kopf her hat Daniel keine Probleme“, sagt Neuhaus. Und das könnte entscheidend sein, weil es gegen die Duisburger auch darum gehen wird, nach einer hektischen Woche – mit Übergriffen auf Unioner Spieler beim Besuch eines Bundesligaspiels, der Verletzung von Ersatztorwart Carsten Busch und vermeintlichen internen Streitigkeiten – Ruhe in die Mannschaft zu bringen und sich wieder auf das sportliche Geschehen zu konzentrieren.

Schulz scheint dazu bereit. „Jeder weiß, was mir der Verein bedeutet“, sagt er. „Aber natürlich mache ich mir meine Gedanken.“ Seit 1998 spielt der gebürtige Berliner für Union. Kaum einer verkörpert den Klub so sehr wie er, obwohl er es bei den Köpenickern nicht immer leicht hatte. 2007 hatte ihm die Chefetage wohl einen Wechsel zum damaligen Erstligisten Hansa Rostock verbaut. Auch in dieser Saison war er schon mit einem anderen Klub, dem FC Ingolstadt, in Verbindung gebracht worden – vor einer Handverletzung, die er sich im Januar zugezogen hatte. Gut möglich, dass in der kommenden Saison ein anderer Verein von dem Fleiß eines Daniel Schulz profitiert.

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