1. FC Union : Das Zeitgefühl von Köpenick

Trotz des Fehlstarts in der Zweiten Bundesliga sieht unser Autor den Posten von Trainer Norbert Düwel beim 1. FC Union noch nicht gefährdet.

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Noch kein Sieg in Liga zwei mit Union. Norbert Düwel.
Noch kein Sieg in Liga zwei mit Union. Norbert Düwel.Foto: Imago

Fußball sei ja so ein schnelllebiges Geschäft geworden heißt es. Die Spieler laufen auf jeden Fall schneller als früher. Ob aber die Trainer schneller fliegen als früher, hängt immer vom einzelnen Verein ab. Da hat jeder sein eigenes Zeitgefühl. Beim 1. FC Union gehen die Uhren etwas langsamer, deshalb muss sich Norbert Düwel auch erst einmal keine Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen. Union strebt nicht nach schnellem Erfolg, sondern nach einer neuen Perspektive. Ein paar liegen gelassene Punkte werden den Klub und seine Fans nicht aus der Ruhe bringen.

Mit Düwels Vorgänger Uwe Neuhaus sind die Köpenicker sieben Jahre zusammengeblieben. Ganz schön lang für eine Beziehung im Fußball. Nach so viel gemeinsamer Zeit dürfte es schwerer fallen, sich auf einen Neuen einzustellen. Düwel haben sie verpflichtet, um ihr Spiel zu entwickeln. Von einer Trennung des Kapitäns, Schussgenies und Publikumslieblings Torsten Mattuschka muss sich der Verein erst einmal erholen. Das alles kann begründen, warum der 1. FC Union nicht da steht, wo er gerne sein möchte, im Sturmzentrum der Zweiten Liga.

Es gibt für den Verein im Moment nur eine Erklärung, um sich bei anhaltender Erfolglosigkeit von Düwel zu trennen: dass alles ein großes Missverständnis war. Doch wenn Düwel keine groben Fehler macht, einen guten Umgangsstil pflegt und sein Handeln nachvollziehbar bleibt, dann wird er bestimmt noch Monate weiterarbeiten. Jede Niederlage in dieser Zeit kann Union als lehrreiche Erfahrung darstellen.

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