1. FC Union : Der Krise entgegen

Der 1. FC Union bleibt nach drei sieglosen Spielen gelassen und hofft auf drei Punkte heute gegen Dortmund. Das Zweikampfverhalten lässt übles erahnen.

Karsten doneck

Berlin - Nur fünf bis acht Minuten habe er gebraucht, sagt Christian Beeck, um den Spielern das Wichtigste einzuhämmern. Der Kernsatz der Ansage des Sportdirektors vom Regionalligisten 1. FC Union an die Mannschaft lautete: „Die Zweikämpfe sind das A und O.“ Gerade in diesem Punkt hatten die Köpenicker Fußballer zuletzt beim 1:3 bei Rot-Weiss Ahlen den nötigen Biss vermissen lassen. Was dazu führt, dass die hoch ambitionierten Unioner nach drei Pflichtspielen in dieser Saison noch sieglos dastehen.

Panik bricht deshalb rund um die Alte Försterei nicht aus. „Wir sind doch nicht im Hundertjährigen Kalender. Jetzt kommt doch schon das nächste Spiel“, beruhigt Beeck die Zweifler, die schon jetzt das ganze Konstrukt für die Saison in Frage stellen. Heute (14 Uhr, Stadion Alte Försterei) sollen gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund die ersten Punkte geholt werden.

Union ist zur neuen Saison angetreten, mindestens die Qualifikation für die eingleisige Dritte Liga zu schaffen. Dafür hat der Verein viel Geld locker gemacht. Sogar vor unpopulären Stellenstreichungen im Bereich der Geschäftsstelle schreckte Präsident Dirk Zingler nicht zurück. Das dadurch eingesparte Geld wurde in Fußballerbeine investiert. Auch in die richtigen? Die neu hinzugeholten Macchambes Younga-Mouhani (33), Michael Bemben (31) und Marco Gebhardt (34) sind alle jenseits der 30. Stets bringen solche Spieler zwar eine Menge Erfahrung mit, aber oftmals weniger den Ehrgeiz, um sich unterklassig für den Erfolg noch mal richtig quälen zu wollen. Dass die drei Neuen bei Union anders gestrickt sind, müssen sie jetzt erstmal nachhaltig beweisen.

„Wir vertrauen unserer Mannschaft“, sagt Sportdirektor Beeck. Im ersten Saisonspiel, beim 0:1 gegen Düsseldorf habe Union schließlich nur das Glück gefehlt, danach im Pokal gegen Eintracht Frankfurt (1:4) hätte es vier, fünf Fehler in entscheidenden Situationen gegeben. In Ahlen allerdings, das muss auch Beeck zugeben, seien „katastrophale individuelle Fehler“ zu beobachten gewesen, „und unsere Spieler ließen die Verbissenheit in den Zweikämpfen vermissen“. Beeck spielte früher selbst Verteidiger, er war einer der ganz zähen Sorte, er muss es also wissen.

Dirk Zingler wäre selbst vor einem Scheitern beim Kampf um die Dritte Liga nicht bange: „Dann werden wir auch wieder einen Etat aufstellen, der wird dann zwar nicht so hoch sein, aber trotzdem immer noch einer der höchsten der Liga.“

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