1. FC Union : Der Trend geht zum Null-Tore-Spiel

Unions Stürmer haben zuletzt Schwächen im Abschluss offenbart. Allein John Jairo Mosquera vergab im Spiel gegen den FC Augsburg sieben Chancen.

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Im Köpenicker Sturm. John Jairo Mosquera.Foto: dpa

Berlin - Ein kleines bisschen benommen wirkte Simon Jentzsch, als er sich zu einem harten Arbeitstag äußern sollte. „Ich bin zufrieden, denn wir haben Union auf Distanz gehalten“, sagte der Torhüter des FC Augsburg nach dem Spiel gegen den 1. FC Union. Nun ist es nicht unbedingt so, dass die Köpenicker für die Augsburger ein wirklich ernstzunehmender Konkurrent um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga wären – acht Punkte trennen beide Mannschaften in der Tabelle. Aber bei so einem Spielverlauf kann man verstehen, dass Jentzsch auf einmal ganz neue Gefahren wittert. 24 Mal haben die Berliner auf sein Tor sein geschossen. Augsburg, das zweitstärkste Offensivteam der Liga, gab dagegen gerade mal drei Schüsschen Richtung Tor ab. Nicht nur der Augsburger Trainer Jos Luhukay fand das „seltsam“.

Union spielte gegen Augsburg eben wie – Augsburg. Mit einem Unterschied: Anders als die Augsbuerger sonst trafen die Berliner beim 0:0 das Tor nicht. Was sie auch versuchten – Kopfbälle, Freistöße, Flachschüsse, Fallrückzieher –, nichts klappte. Allein Stürmer John Jairo Mosquera vergab sieben aussichtsreiche Chancen. Dass sich die Unioner mit dem Abschluss schwer tun, ist kein neues Phänomen. Noch zu Saisonbeginn schossen die Angreifer Tore in Serie: Sieben Mal trafen sie in den ersten fünf Partien. Mit zunehmender Spielzeit aber nahm die Torgefahr immer mehr ab, so dass Uwe Neuhaus sich zum Ende der Rückrunde sogar zur öffentlichen Kritik der Offensive veranlasst sah; „mangelnde Durchschlagskraft“ mahnte der Trainer damals an. Und dieser Trend hält bis heute an.

In der Rückrunde hat seine Mannschaft erst einen Treffer erzielt. Wie er fiel, war bezeichnend: Mehr zufällig als gekonnt hüpfte der Ball von Mosqueras Schulter ins Tor. Überhaupt war der skurrile Treffer im Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen der einzige Torerfolg eines Köpenicker Stürmers in den zurückliegenden acht Saisonbegegnungen. Woran das liegt? Lange Zeit galt das von Uwe Neuhaus zuletzt bevorzugte System mit einer Doppelsechs und nur einer Sturmspitze als Hauptschuldiger für die Abschlussschwäche. Gegen den FC Augsburg stellte Unions Coach in der Hoffnung auf Belebung des Offensivspiels wieder auf die Raute im Mittelfeld und einen Zweimannsturm um – „und trotzdem treffen wir nicht, damit hat es also nicht zu tun“, stellte Neuhaus fest.

Immerhin scheint die offensivere Aufstellung den Unioner Profis entgegenzukommen. „Man hat gegen Augsburg gesehen, dass wir zu Hause mit zwei Stürmern mehr Druck machen können“, sagte der gegen Augsburg zum Kapitän beförderte Daniel Göhlert. „Schließlich haben wir uns endlich mal wieder gute Chancen erarbeitet. Wenn wir so weiter spielen, werden wir auch wieder gewinnen.“ Vor allem aber, wenn der 1. FC Union mal wieder das Tor trifft.

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