1. FC Union : Die neuen Leiden

Der 1. FC Union wollte endlich eine Stammelf finden, kämpft nun aber mit vielen verletzten Profis. Der Niederländer Santi Kolk zog sich beim Testspiel gegen das eigene U-23-Team einen Muskelfaserriss zu und fällt mindestens drei Wochen lang aus.

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Santi Kolk fehlt dem 1. FC Union drei Wochen lang.
Santi Kolk fehlt dem 1. FC Union drei Wochen lang.Foto: Mike Wolff

Berlin - Viel günstiger hätte die Pause für den 1. FC Union gar nicht fallen können. Mehr als zehn Tage lang durften die Berliner in beinahe kompletter Mannschaftsstärke mit und an sich arbeiten, während die Nationalspieler anderer Vereine durch die Welt tourten. Jede Menge Zeit also, um sich zu erholen – von den Strapazen der jungen Saison und den selten zufriedenstellenden Aufritten. Gerade mal fünf Pünktchen hat der Zweitligist aus Berlin-Köpenick bis dato aus sieben Spielen eingesammelt; tabellarisch bedeutet das Platz 15. Doch statt Verletzungen und Problemchen auszukurieren, kamen in der Länderspielunterbrechung beim 1. FC Union nur neue Sorgen hinzu.

Die größte davon kommt aus den Niederlanden und trägt den Namen Santi Kolk. Unions offensiver Mittelfeldspieler zog sich beim Testspiel gegen das eigene U-23-Team einen Muskelfaserriss in der rechten Wade zu und fällt mindestens drei Wochen lang aus. „Natürlich trifft es uns hart, wenn unser bisher torgefährlichster Mann fehlt“, sagt Uwe Neuhaus, „aber deswegen jammern wir jetzt nicht.“ Genug Gründe zum Jammern, Mosern und Meckern hätte der Köpenicker Trainer allemal: Neben Santi Kolk müssen auch Michael Parensen (Innenbandanriss) und Kenan Sahin (Fußwurzelfraktur) länger pausieren, Bernd Rauw und Björn Brunnemann kämpfen mit einer Innenbanddehnung und einem Virusinfekt zudem noch um Anschluss.

So oft die Köpenicker Chefetage auch betont, dass es genug Spieler gebe, die einspringen können, hat die Angelegenheit mit den Verletzungen dem Klub gerade noch gefehlt. Immerhin waren die Köpenicker schon vor den neuen Leiden von der Findung einer funktionierenden Stammformation ebenso weit entfernt wie von der Spitzengruppe in der Zweiten Liga. Ganze sechs Spiele in Folge hatte Coach Neuhaus zuletzt eine jeweils andere Startelf ins Rennen geschickt, doch einzig die Aufstellung beim 2:0-Heimsieg über den MSV Duisburg vermochte auch vom Ergebnis her zu überzeugen. Mit Santi Kolk als Torschützen – versteht sich.

Obwohl das alles nicht besonders ermutigend wirkt, gibt sich Union trotzig-kämpferisch. Man setzt auf die Übungseinheiten und die Kraft der (Denk-)Pause. Teammanager Christian Beeck beispielsweise sagt: „Wir haben eine intensive Zeit hinter uns und in allen Bereichen eine Schippe draufgelegt.“ Dass nun am Freitag mit dem Tabellendritten Erzgebirge Aue ein Gegner in die Alte Försterei reist (Anstoß 18 Uhr), der laut Neuhaus „einen absoluten Lauf“ hat, mag trotzdem nicht recht in die Köpenicker Mutmacher-Atmosphäre passen. Vielleicht aber habe die lange Pause die Auer ja ein wenig aus dem Rhythmus gebracht. Und überhaupt, „von der Qualität haben wir eine bessere Mannschaft als Aue“, findet Uwe Neuhaus. Allen Verletzungssorgen zum Trotz.Katrin Schulze

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