Sport : 1. FC Union: "Diese Mannschaft macht mich stolz"

André Görke

Für einen kurzen Augenblick schwieg Georgi Wassilew. Sonntagnachmittag war es, der 1. FC Union hatte 3:2 in Saarbrücken gewonnen. Unions Trainer blickte ernst in die Runde des Presse-Zeltes. Dieser Moment war ihm wichtig. Dann sagte Wassilew: "Diese Mannschaft macht mich stolz."

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Der 1. FC Union steht nach dem schwer erkämpften Auswärtssieg in Saarbrücken auf einem Aufstiegsplatz der Zweiten Fußballbundesliga - trotz der Doppelbelastung durch den Europapokal. Anfang September noch, als Union nicht im Uefa-Cup spielen musste, war der Klub Sechster. Die Bilanz der vergangenen drei Wochen: Fünf Siege, ein Unentschieden, keine Niederlage. Union hat mit insgesamt 23 erzielten Toren den stärksten Angriff der Zweiten Liga. Ein Viertel der Saison ist vorbei. Die Bilanz kann sich für einen Aufsteiger sehen lassen.

Das war zu Saisonbeginn nicht zu erwarten. Union hatte seinen besten Stürmer Daniel Teixeira nicht halten können. Er hatte in der Rückrunde der Regionalliga-Saison 18 Tore erzielt. In dieser Saison aber haben bereits zehn Spieler getroffen. Ein Beispiel: Libero Steffen Menze erzielte in Saarbrücken bereits sein drittes Saisontor. Union ist in der Offensive schwer auszurechnen.

Der Mannschaft hat es wohl gut getan, dass sie erst in diesem Jahr aufgestiegen ist. Die Truppe ist gereift und gemeinsam gewachsen. Zudem hat Trainer Wassilew Spieler verpflichtet, die den Klub weitergebracht haben. Sreto Ristic, der ablösefrei vom SSV Ulm kam, erzielte bereits sieben Tore, drei davon in den vergangenen vier Spielen. Außerdem, sagt Wassilew, könnten Spieler wie Menze und Koilow erst in der Zweiten Liga ihre Qualitäten zeigen.

Unions Kader wirkt daher ausgeglichener. Wassilew stellte gegen Schweinfurt die Mannschaft gegenüber dem Europapokalspiel auf fünf Positionen um. Union gewann dennoch klar 3:0. Nachdem sich Ferdinand Chifon nun gegen Valkeakoski einen Kapselriss im Sprunggelenk zuzog, brachte Wassilew Harun Isa. Er erzielte in Saarbrücken das 2:0. Unions Trainer aber sucht weiter "einen starken Stürmer". Am Dienstag trainieren drei Probespieler mit. Wassilew ist zu diesem Zeitpunkt dazu noch auf Spielersuche im Ausland.

Die Mannschaft hat nach den harten Tagen zwei Wochen Zeit zu regenerieren. Die vergangenen Wochen gingen an die Substanz. Diese englischen Wochen, über die die Erstligisten immer klagen, sagt Torwart Sven Beuckert, "das ist kein Gerede. So etwas geht wirklich auf die Knochen". Leichter wird es in Zukunft aber nicht: In zwei Wochen kommt Eintracht Frankfurt an die Alte Försterei. Eine Woche später geht es nach Bielefeld, dann zu Hause gegen Duisburg. Und zwischendurch spielt Union wieder im Europapokal. Sreto Ristic sagte nach dem Spiel in Saarbrücken: "Wissen Sie, die Belastung der vergangenen Wochen, die kann man einmal wegstecken. Interessant wird es aber beim zweiten Mal. Der Oktober wird genauso hart für uns. Mindestens."

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