1. FC Union : Dynamisch nach vorne

Beim Berliner Drittligisten 1. FC Union zahlt sich Kontinuität jetzt aus.

Karsten Doneck

Torwart Jan Glinker konnte rund eine halbe Stunde lang in Ruhe von seinem Strafraum aus dem Spiel zuschauen. Seine Mannschaft, der Fußball-Drittligist 1. FC Union, schnürte im Jahnsportpark den Gegner Fortuna Düsseldorf derart ein, dass Glinker kaumBallkontakt bekam. Kluge Raumaufteilung, durchdachte Kombinationen, Biss in den Zweikämpfen und unbändiger Wille zeichneten Union aus. Heraus kam ein 1:0-Sieg im Spitzenspiel gegen Düsseldorf, bei dem es vor allem vor Beginn im Stadionumfeld zu heftigen Auseinandersetzungen rivalisierender Fangruppen gekommen war (siehe Seite 12).

Im ersten Drittel der 90 Spielminuten bot Union eine absolut zweitligareife Leistung. „Zumindest war das schon mal die Richtung hin zu diesem Niveau“, urteilte Unions Sportdirektor Christian Beeck etwas zurückhaltender. Als nach der starken Anfangsphase der Spielfluss bei Union geringfügig nachließ, kehrte die Elf ihre andere Tugend ebenso überzeugend hervor: das Kämpferische.

Zwölf Spiele in Folge hat Union jetzt nicht mehr verloren, die Mannschaft ist Tabellenführer. „Wir freuen uns darüber. Fünf Punkte Vorsprung zu haben auf den Tabellenvierten – das ist schon ganz gut“, sagte Trainer Uwe Neuhaus. Als die unvermeidliche Frage nach Unions Aufstiegschancen kam, zuckte Neuhaus allerdings zurück, seine Antwort bestand einzig und allein – in einem Lächeln.

Es läuft bei Union. Der Erfolg ist auch Ausdruck weitsichtiger Planung. Gegen Düsseldorf standen zehn Spieler in Unions Startformation, die schon in der vorigen Saison für den Verein spielten. Der einzige Neue, der mitspielte, war Patrick Kohlmann (ehemals Erfurt). Solche Kontinuität zahlt sich aus. „Wir haben, als Uwe Neuhaus unser Trainer wurde, ganz bewusst eine Mannschaft zusammengestellt, die, schon mal aufgrund von Verträgen, mindestens zwei Jahre lang funktioniert“, sagte Beeck. Und wer da nicht mitzog, der flog kurzerhand raus. Von Guido Spork zum Beispiel trennte sich der Verein vorzeitig, weil sich dessen laxe Einstellung zum Profifußball allmählich als störend erwies. „Sein Unterhaltungswert war zu groß“, spottet Beeck. Und ergänzt: „Jetzt haben wir eine gute Dynamik im Kader, was den Konkurrenzkampf anbelangt.“

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