1. FC Union : Ein Patzer zu viel

Der 1. FC Union führt gegen den FC Middlesbrough schon 2:0, spielt dann aber nur Unentschieden

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Berlin - Vor dem Spiel wurden im Programmheft des 1. FC Union schon mal die Gemeinsamkeiten der beiden Teams hervorgehoben: zwei Arbeitervereine; hier das Team aus dem nordostenglischen Stahlrevier Middlesbrough, dort die Eisernen aus Berlin-Köpenick. Die Tabellenplatzierungen beider Mannschaften aus der Vorsaison waren auch ähnlich. Es war ein Duell im Mittelmaß der Zweiten Liga. Doch mit Mittelmaß hatte das Testspiel zunächst wenig zu tun. Bereits in der vierten Minute fiel das erste Tor: Ahmed Madounis langer Flugball von der rechten Seitenauslinie in den Strafraum kam zu Chinedu Ede, der Torwart Brad Jones mit einem Kopfball überlupfte.

„Mit der Leistung der ersten 30 Minuten war ich zufrieden“, sagte Trainer Uwe Neuhaus. Seine Köpenicker spielten da in der Tat ordentlich, auch wenn ihr zweiter Treffer eher glücklich wirkte: Karim Benyamina versuchte aufs Tor zu schießen, Björn Brunnemann stand im Weg, konnte aber den Abpraller noch kontrollieren und verwandelte mit einem Drehschuss. Die größte Chance der Gäste bis dahin war eigentlich keine, denn der Lattentreffer von Matthew Bates wurde wegen einer Abseitsstellung abgepfiffen.

Union aber vergaß den Freundschaftscharakter des Spiels nicht und verteilte Geschenke: Marcel Höttecke, der diesmal im Tor den Vorzug vor Jan Glinker erhalten hatte, war in Gedanken wohl schon in der Kabine, als er in der 42. Minute einen harmlosen Schuss von Scott McDonald nicht erwischte. „Vielleicht war er etwas nervös“, mutmaßte sein Trainer. Nur drei Minuten später überwand ihn der quirlige Australier erneut. Höttecke hatte zuvor gezögert, sodass McDonald ihn umkurven konnte. „Die beiden Gegentore waren unglücklich“, sagte Torschütze Ede. Auch die von Neuhaus in der zweiten Hälfte vorgenommenen Wechsel änderten nichts. Union kam nicht über das Unentschieden hinaus. Und so blieb es bei einem in jeder Hinsicht ausgeglichenen Testspiel vor 6375 Zuschauern in der Alten Försterei.

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