Sport : 1. FC Union: Einkaufen, ohne zu verkaufen

Karsten Doneck

Georgi Wassilew fand mit seinen Sorgen Gehör. 600 000 Mark, wie vom Präsidium vorgesehen, würden niemals ausreichen, um die Mannschaft für die Zweite Fußball-Bundesliga angemessen zu verstärken, hatte Wassilew, der Trainer des 1. FC Union, geklagt. Die Klub-Verantwortlichen ließen sich erweichen, stockten den Posten Transferausgaben vorsorglich auf 800 000 Mark auf. Allzu namhafte Einkäufe lassen sich auch damit nicht realisieren. Andererseits erzielt Union aber im Transfergeschäft auch keine nennenswerten Einnahmen. "Wir haben ja keine spektakulären Spielerabgänge", sagt Präsident Heiner Bertram.

Zum Thema Online Spezial: Schafft Union den Aufstieg? Zumindest von drei Edelreservisten wird sich Union trennen. Die Verträge von Adalbert Zafirow und Jens-Uwe Zöphel laufen aus und werden nicht verlängert. Und über Marco Tredup, der von Tennis Borussia nach Köpenick kam, sagt Bertram: "Er hat bei uns keine Chance. Wir müssen zu einer Lösung kommen." Ähnliches gilt für Christian Fährmann. Der Mittelfeldspieler, ehemals Profi bei Hertha BSC, ist bis Saisonende an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen. "Den kriegen wir zurück, wenn ihn die Düsseldorfer nicht fest verpflichten wollen", weiß Bertram. Sollte Fährmann in Köpenick wieder vor der Tür stehen, wird ihm - wie Tredup - nahegelegt, sich nach einem anderen Klub umzusehen.

Der Kader, der momentan 22 Spieler plus einige Nachwuchskräfte umfasst, wird in Liga zwei auf maximal 24 Profis anwachsen. Vier neue Spieler hat sich Wassilew als Verstärkung erbeten. Auf seinem beim Präsidium eingereichten Wunschzettel stehen die Namen von sieben bis acht Kandidaten. Dieser Wunschzettel wird jetzt Punkt für Punkt abgearbeitet. Gesiebt wird ganz in Ruhe. "Wir brauchen mindestens noch 14 Tage, vorher passiert gar nichts", sagt Bertram zur Bekanntgabe von Neuverpflichtungen.

So viel Zeit will sich Unions Mannschaft nicht mehr nehmen: Sie würde am liebsten schon heute (14 Uhr, Stadion Alte Försterei) gegen den SV Wilhelmshaven den Aufstieg perfekt machen. Gefeiert würde dann eher spontan. "Wenn wir da auch noch etwas organisieren müssten, kämen wir ja vor lauter Organisieren zu gar nichts Anderem mehr", sagt Bertram leicht genervt. Erfolg macht eben auch Arbeit.

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