Sport : 1. FC Union: Ernsthafte Gedanken an Runde zwei

Karsten Doneck

Auf dem Bildschirm stand der Name FC Haka. Und selbst Fußballkenner konnten nichts so recht damit anfangen. "Nie gehört", stellte Daniel Ernemann fest. Als dann im Grimaldi Forum von Monte Carlo wenig später aus einer gelben Kugel der Zettel mit der Aufschrift "1. FC Union" gefingert wurde, da schlug Georgi Wassilew mit der flachen Hand krachend auf den Tisch. Seine Geste drückte Erleichterung aus. Gemeinsam mit Abwehrspieler Daniel Ernemann und einem Pulk von Journalisten hatte Wassilew, Unions Trainer, in einem Berliner Hotel die Auslosung der ersten Runde im Uefa-Pokal verfolgt. Seine Mannschaft trifft am 13. und 27. September auf Finnlands Meister FC Haka Valkeakoski. Es hätte in der Tat schlimmer kommen können. "Bei diesem Gegner darf man ernsthaft darüber nachdenken, die zweite Runde zu erreichen", meinte Unions Präsident Heiner Bertram, der die Auslosung in Monte Carlo unmittelbar miterlebte.

Allerdings glühten danach die Drähte zwischen dem Präsidenten in Monte Carlo und dem Trainer in Berlin nicht ganz so wie erhofft. Da hatte Unions Medienbeauftragte Martina Schultz weitsichtig einen Telefonkontakt nach Monte Carlo zu Heiner Bertram gelegt, doch der war beendet, noch ehe Wassilew zum Hörer gegriffen hatte. Der Trainer grollte. Er, Wassilew, hätte doch nur ganz kurz mit Bertram sprechen wollen, zwei Worte hätten schon genügt. Welche Worte das gewesen wären, war nicht schwer zu erraten. "Nicht tauschen!" wollte Wassilew seinem Vorgesetzten mitteilen. Der Union-Trainer legte Wert darauf, dass das Hinspiel - wie ausgelost - in Finnland stattfindet. Keine Selbstverständlichkeit, da auch Hertha im Uefa-Cup das Rückspiel gegen Westerlo in Berlin austrägt. Wassilew konnte beruhigt werden. Hertha hat ihr Spiel auf Dienstag, den 25. September, vorgezogen. Union wird das Heimspiel gegen Valkeakoski, wie geplant, am Donnerstag, den 27. September, austragen, und zwar - der größeren Sitzplatzkapizitäten wegen - im Jahnsportpark.

Nicht nur Bertram rechnet sich Chancen aus, Runde eins im Uefa-Cup zu überstehen. "Das ist eine gute Variante mit diesem Gegner", sagte Wassilew, warnte jedoch: "Für uns ist das ein unbeschriebenes Blatt. Von finnischen Mannschaften wissen wir aber, dass die den englischen Stil spielen, also sehr viel mit langen Bällen arbeiten und sehr robust in die Zweikämpfe gehen. Wenn wir da unsere technischen Vorteile richtig einsetzen, können wir weiterkommen."

FC Haka Valkeakoski ist achtmaliger Finnischer Meister, holte zehn Mal den Landespokal. In der Meisterschaft ist die Mannschaft zurzeit Tabellenvierter, scheiterte zuletzt in der Qualifikation zur Champions League mit 0:5 und 1:4 am FC Liverpool.

In einen Hexenkessel gerät Union beim Spiel in Valkeakoski übrigens nicht unbedingt. Das Stadion Tehtaan fasst 2850 Zuschauer. Da wird bei Union schon morgen (17 Uhr, Alte Försterei) gegen den MSV Duisburg mehr los sein. Das ist auch Pokal, erste Runde. Allerdings nur der DFB-Pokal.

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