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1. FC Union - Erzgebirge Aue 1:0 : Mattuschka und die Stille

Der 1. FC Union kann sich auch gegen Erzgebirge Aue auf Kapitän Torsten Mattuschka verlassen. Beim Spitzenspiel gegen den 1. FC Köln um die Tabellenführung am Montag in einer Woche müssen die Berliner aber ohne ihn auskommen.

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Der verdeckte Held: Irgendwo in der Jubel-Traube steckt Torsten Mattuschka, Siegtorschütze beim 1:0-Sieg gegen Aue. Foto: dpa
Der verdeckte Held: Irgendwo in der Jubel-Traube steckt Torsten Mattuschka, Siegtorschütze beim 1:0-Sieg gegen Aue.Foto: dpa

Ganz still war es im Stadion An der Alten Försterei. Dabei legte sich Torsten Mattuschka gerade den Ball zurecht. Zwanzig, fünfundzwanzig Meter vor dem gegnerischen Tor. Beste Freistoßposition also. Gewöhnlich erklingt in solch einem Moment aus der Kurve immer ein Lied, das die Fans des 1. FC Union für ihren Kapitän singen, wenn sie mal wieder auf ein Freistoßtor von ihm hoffen. „Torsten Mattuschka, hau ihn rein, für den Verein“, heißt es in der letzten Zeile. Aber dieses Mal: Nichts. Absolute Stille. Und Mattuschka? Der schaut zuerst auf Aues Torwart Sascha Kirschstein, wartet bis der sich bewegt und haut den Ball dann rein. Für den Verein. Für die Fans. Und für drei weitere Punkte. Durch Mattuschkas Treffer siegte der 1. FC Union vor 20.541 Zuschauern 1:0 (0:0) gegen Erzgebirge Aue.

„Kirschstein hat sich davor bei einem Freistoß schon mal aus der Torwartecke entfernt. Ich habe spekuliert dass er wieder spekuliert und damit am Ende richtig spekuliert“, erklärte Mattuschka sein Tor. Union bleibt durch den Sieg weiterhin auf einem direkten Aufstiegsplatz. Vor den Berlinern liegt nur der 1. FC Köln. Es wird also ein echtes Spitzenspiel, wenn beide Mannschaften am kommenden Montag in Köln aufeinander treffen. Dann allerdings ohne Mattuschka. Der bekam gegen Aue nach einem taktischen Foul seine fünfte gelbe Karte der laufenden Saison und ist gesperrt.  

Dass Union durch einen direkt verwandelten Freistoß gewann, war bezeichnend. Uwe Neuhaus hatte damit aber kein Problem. „Standards gehören zum Fußball dazu und sagen auch etwas über die Qualität einer Mannschaft“, sagte Unions Trainer. Aus dem Spiel heraus hatten sich die Berliner schwer getan und erfolglos versucht, eine Lücke gegen die dicht gestaffelten Gäste zu finden. In der ersten Halbzeit gelang das nur in der Anfangsphase. Eine Hereingabe von Marc Pfertzel verpassten gleich mehrere Berliner, anschließend scheiterte Simon Terodde mit einem Kopfball an Aues Torhüter Sascha Kirschstein. Das sollte es dann für längere Zeit gewesen sein.

Aue zog sich tief in die eigene Hälfte zurück und verengte das Zentrum geschickt. Selbst der einzige Angreifer der Gäste, Jakub Sylvestr, wagte sich nur selten über die Mittellinie. Mit elf Mann verteidigte die Mannschaft von Trainer Falko Götz, der Union als Aufstiegsfavorit ansieht, das eigene Tor. Für die Berliner gab es kaum einmal ein Durchkommen. Zwar ließen sie den Ball gewohnt passsicher von Mitspieler zu Mitspieler zirkulieren, aber irgendwann kam dann immer eine Fußspitze, ein Knie oder ein Kopf aus Aue dazwischen. Durch die Mitte war nichts möglich, also versuchten es die Berliner verstärkt über die Außenpositionen. Vor allem Marc Pfertzel tat sich auf der rechten Seite hervor. Seinem Gegenspieler Taku Ishihara blieb oft nur das Nachsehen. Allerdings verhielt es sich mit Pfertzels Eingaben wie mit allen anderen Berliner Versuchen: Ein Spieler aus Aue kam irgendwie immer dran.

Nach der Halbzeitpause wurde das Bollwerk aus dem Erzgebirge immer durchlässiger. Union kam nun zu einer Vielzahl bester Möglichkeiten, aber weder Simon Terodde, noch Sören Brandy oder Martin Dausch konnten den Ball im Tor unterbringen. Dausch war für den kurzfristig erkrankten Benjamin Köhler in die Mannschaft gerückt und zeigte eine ansprechende Leistung. Wirklich effektiv spielte er an diesem Tag aber nicht. Das machte auf Seiten des 1. FC Union nur einer: Torsten Matuschka.

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