1. FC Union : Es geht auch ohne Eleganz

Die Köpenicker gewannen am Freitag ohne Glanz gegen den FSV Frankfurt. Dabei bewiesen sie, dass die gute Platzierung in der Zweiten Liga kein Produkt des Zufalls ist.

Katrin Schulze

BerlinMichael Parensen brachte es ebenso deutlich wie salopp auf den Punkt. Als „Schweinespiel“ bezeichnete der Mittelfeldspieler des 1. FC Union das, was sich am Freitagabend im Stadion An der Alten Försterei ereignet hatte. Zwar gewann Parensens Mannschaft 1:0 gegen den FSV Frankfurt, mit Attraktivität hatte der Auftritt des Fußball-Zweitligisten aber in der Tat nicht viel zu tun. Dafür umso mehr mit Effektivität, denn durch den Erfolg über die Frankfurter kletterten die Köpenicker zumindest vorerst auf den zweiten Tabellenrang. „Mit der bisherigen Ausbeute von 23 Punkten sind wir zufrieden“, sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus bescheiden. „Der zweite Platz ist allerdings nur eine Momentaufnahme.“

Dass sich der Aufsteiger immer noch unter den besten Mannschaften der Zweiten Liga tummelt, mag vielen surreal erscheinen, doch wer nach dem elften Spieltag so weit oben steht, der kann sich nicht mehr nur auf den Zufall berufen. „Union hat eine wunderbare Entwicklung genommen“, sagte auch Hans-Jürgen Boysen nach der Partie. „Der Klub steht zurecht auf einem Spitzenplatz.“ Was den FSV-Trainer so beeindruckte, war vermutlich nicht die Eleganz, mit der die Berliner gegen seine Mannschaft aufspielten – die gab es nämlich nicht. Vielmehr dürften ihn die Attitüde des Kontrahenten aus Berlin zu der Aussage bewegt haben.

Obwohl die Köpenicker laut Parensen „nicht so gut nach vorne spielten wie zuletzt“, blieben sie in einer zähen Begegnung dennoch immer bestimmend und vor allem geduldig. Den gut sortierten und tief stehenden Frankfurtern begegneten sie besonnen und kontrolliert. Dass darunter nicht nur der Unterhaltungswert des Spiels, sondern auch der Unioner Offensivdrang litt und Hüzeyfe Dogan nur in Folge eines Standards den entscheidenden Treffer erzielte, war dem Sieger nach der Begegnung einigermaßen egal.

Es klingt wie eine dieser banalen Fußballweisheiten, aber „wenn man solche Spiele gewinnt, bleibt man oben dabei“, sagte Michael Parensen. Er blieb an diesem Abend der Mann für die wichtigen Worte. 

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