1. FC Union : Freude, die beruhigt

Der souveräne Tabellenführer 1. FC Union feiert schon mal den Aufstieg in die Zweite Liga - ein ganz kleines bisschen jedenfalls.

Matthias Koch
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Fete in der Fremde. Die Fans des 1. FC Union feiern auch im Jahn-Sportpark die Fußballfeste, wie sie fallen. Foto: Matthias Koch

 Ritter Eisenheart muss mächtig ins Schwitzen gekommen sein. Das „ Maskottchen des Fußball-Drittligisten 1. FC Union mit dem seltsamen Namen tanzte nach dem 5:1 (2:0)-Erfolg gegen die Stuttgarter Kickers wild im Kreis der jubelnden Berliner Spieler umher. Bei sommerlichem Wetter im Jahn-Sportpark dürfte die Betriebstemperatur des Kostümträgers bedrohliche Ausmaße angenommen haben. Damit nicht genug. Der Mann mit der überdimensionalen Keule musste auch noch den Union-Trainer aus der Kabine holen.

Uwe Neuhaus hatte im Gegensatz zu seinen Spielern das öffentliche Jubeln viel früher eingestellt und die Rufe der Fans anscheinend nicht gehört. „Wir wollen den Trainer sehen“, skandierten die Anhänger auf der Gegengeraden zunächst mehrfach vergeblich. Als Neuhaus das von Ritter Eisenheart persönlich übermittelt wurde, eilte der 49-Jährige fast 15 Minuten nach dem Abpfiff noch einmal aufs Feld, um mit den Fans La Ola zu zelebrieren.

Nimmt man noch die triefende Wasserdusche für Angreifer Kenan Sahin vor laufender Fernsehkamera durch die Sturmkollegen Karim Benyamina und Shergo Biran hinzu, sah das schon ein bisschen nach einer kleinen Aufstiegsfeier beim 1. FC Union aus.

Das wundert nicht. Vor dem Spiel am kommenden Sonntag beim Tabellendritten Fortuna Düsseldorf brauchen die Köpenicker aus den letzten sieben Meisterschaftsbegegnungen nur noch zehn Punkte zu holen, um den Aufstieg in die Zweite Bundesliga definitiv zu sichern. „Jetzt erwartet uns ein ganz heißes Spiel in Düsseldorf. Die rechnen mit 25 000 oder 30 000 Zuschauern“, blickte Neuhaus voraus. „Wir freuen uns auf dieses Spiel. Mit unserem Vorsprung kann man auch mit Spaß und Freude nach Düsseldorf fahren.“

Die Stuttgarter Kickers dagegen konnten am Ostersonntag vor 6004 Zuschauern Unions Erfolg zu keinem Zeitpunkt gefährden. Schon vor der Pause sorgten Shergo Biran und Hüzeyfe Dogan für einen beruhigenden 2:0-Vorsprung. In der zweiten Halbzeit trugen der überragende Kenan Sahin, Marco Gebhardt mit seinem ersten Saisontor und der eingewechselte Karim Benyamina zum höchsten Sieg der Berliner in dieser Saison bei. Der Ehrentreffer des Tabellenschlusslichts durch Bashirou Gambo störte Unions Osterfest nur kurzzeitig. „Es war ein sehr schöner Nachmittag für uns. Wir hatten nicht das Gefühl, das hier etwas anbrennen kann“, sagte Unions Mittelfeldspieler Hüzeyfe Dogan nach dem 17. Spiel ohne Niederlage in Serie.

Bei so viel Harmonie wird es allmählich schwer, Kritikpunkte zu setzen. Uwe Neuhaus machte es dennoch. Vielleicht, um die Konzentration der Spieler aufrecht zu halten. „Wir haben schnell 2:0 geführt, aber ich war mit einigen Dingen nicht einverstanden“, versuchte Neuhaus ein bisschen rumzunörgeln. Doch so kurz vor der Ziellinie zum Aufstieg in die Zweite Bundesliga dürfte das für den Fußballlehrer zunehmend schwerer werden.

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