1. FC Union : Für ein paar Euro

Drittligist 1. FC Union hat einen Bastürk verpflichtet – zum Spottpreis. Die Ähnlichkeit von Erdal Bastürk mit seinem Onkel Yildiray ist verblüffend, sowohl vom Aussehen her, als auch vom Bewegungablauf.

Matthias Koch

BerlinHannes Bongartz saß in Berlin-Köpenick auf einer Bank. Auf dem Rasen beobachtete der ehemalige Schalker Fußballprofi und Wattenscheider Trainer seinen früheren Schützling Uwe Neuhaus. Neuhaus, Trainer des Drittligisten 1. FC Union Berlin, testet derzeit den von Bongartz empfohlenen Griechen Dimosthenis Baxevanidis von Skoda Xanthi. Dem Vernehmen nach wird es wohl nichts mit einem Vertrag. Doch vielleicht läuft es bei dem 20-jährigen Mittelfeldspieler ja so wie bei Erdal Bastürk.

Erdal Bastürk, der Neffe von Yildiray Bastürk, dem früheren Herthaner und jetzigen Profis des VfB Stuttgart, war am Wochenende von Unions Sportchef Christian Beeck bereits abgeschrieben worden. „Er bringt gute Voraussetzungen mit. Aber er hat noch nie unter Profibedingungen trainiert“, sagte Beeck am Sonntag. Zudem sei Erdal zu teuer. Drei Tage später gehört Erdal Bastürk, zuletzt DSC Wanne-Eickel, plötzlich offiziell zum Kader. „Er wollte unbedingt bleiben“, erklärt Beeck die Rolle rückwärts. „Erdal hat sehr harte Bedingungen angenommen. Er wird wie ein A-Jugend-Spieler bezahlt.“ Demnach dürfte Bastürks Verdienst bei nur 150 bis 300 Euro liegen – monatlich. Dem Spieler scheint das aber egal zu sein. „Geld spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass ich hier trainieren und hoffentlich auch spielen kann“, sagte Erdal Bastürk.

Seine Ähnlichkeit mit Yildiray Bastürk, dem Onkel, ist verblüffend, sowohl vom Aussehen her, als auch vom Bewegungablauf. Mit Reza Fazeli besitzt das Bastürk-Duo auch noch denselben Berater. An der Entscheidung, bei Union für kleines Geld zu kicken, feilte Yildiray Bastürk mit. „Wir haben jeden Tag telefoniert. Mein Onkel hat mir viel über Berlin erzählt.“ Finanziell unterstützt wird Erdal von seinem berühmten Verwandten aber wohl nicht. „Ich habe vorgesorgt. Ich setze jetzt voll auf den Fußball“, erzählt Erdal Bastürk, der 2007 eine Mechatronik-Lehre bei BMW in Castrop-Rauxel abgebrochen hat. Bei Union hat er nun elf Monate Zeit, sich für einen besser dotierten Vertrag zu empfehlen.

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