1. FC Union gegen FSV Frankfurt : Ohne Konstanz in der Mitte

Vor dem Spiel gegen Frankfurt hängen Unions Probleme beim Aufbau auch mit dem wechselnden Personal in der Zentrale zusammen.

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Die Abwehrspieler Michael Parensen (l.) und Fabian Schönheim vom 1. FC Union Berlin Unterhalten sich lautstark nach Spielende gegen 1860 München. Foto: dpa
Die Abwehrspieler Michael Parensen (l.) und Fabian Schönheim vom 1. FC Union Berlin Unterhalten sich lautstark nach Spielende...Foto: dpa

Norbert Düwel sagte kürzlich einen Satz, den der Trainer des Zweitligisten 1. FC Union eigentlich auch vor dem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt am Sonntag (13.30 Uhr) wiederholen könnte. „Der zentrale Bereich entscheidet im Fußball das Spiel“, meinte Düwel.

Vor zwei Wochen war die Aussage auf Damir Kreilach bezogen, der diesbezüglich nach schwächeren Leistungen auf der Doppelsechs keine Chancen auf einen Startelfeinsatz hatte. Jetzt ist er wieder mehr als eine Alternative. Schließlich hat der Kroate am vergangenen Spieltag beim wichtigen 2:1-Erfolg beim FC Erzgebirge Aue als Einwechselspieler zwei Tore erzielt.

Es dürfte keine Überraschung sein, falls Kreilach gegen die in den vergangenen vier Auswärtspartien immer siegreichen Frankfurter wieder von Beginn an spielen darf. Düwel hielt sich diesbezüglich alle Optionen offen. Aber er lobte Kreilach besonders für seine zwanzigminütige Vorstellung in Aue. „Es freut mich persönlich ungemein, wenn ein Spieler von der Bank kommt und Impulse setzt. Das ist das, was ich grundsätzlich sehr, sehr gern habe. Das hat Damir in Aue eindrucksvoll gemacht“, sagte Düwel. „Deswegen ist er auch ein ganz wertvoller Spieler und Kapitän. Er geht mit diesen Tugenden voran. Das erwarte ich eigentlich von jedem Spieler.“

In den vergangenen Monaten gab es im zentralen Mittelfeld inklusive Doppelsechs und Zehnerposition immer wieder Umbesetzungen – zum einen weil die Ergebnisse ausblieben, zum anderen weil die dafür infrage kommenden Akteure größere Formschwankungen hatten. Björn Jopek beispielsweise war nach seiner Roten Karte Anfang Oktober beim FC St. Pauli (0:3) erst gesperrt und dann lange nicht mehr im Kader. Bei der 1:4-Niederlage im letzten Heimspiel gegen 1860 München avancierte er nach seiner Einwechslung im zweiten Abschnitt jedoch zu einem der wenigen Gewinner. Jopek spielte in Aue sogar über 90 Minuten zentral in einer Dreierkette im Mittelfeld. Dafür rückte der ebenfalls dafür prädestinierte Eroll Zejnullahu auf die Doppelsechs neben Benjamin Köhler, der zuletzt gesetzt war. In Aue wurden sowohl Köhler als auch Zejnullahu allerdings beim Stand von 0:1 ausgetauscht. Union drehte ohne das Duo die Partie. Deswegen sollten auch sie sich hinsichtlich eines Stammplatzes nicht allzu sicher fühlen.

Benjamin Köhler scheint allerdings so etwas wie der große Gewinner des Abgangs von Torsten Mattuschka zu Energie Cottbus und der Degradierung von Baris Özbek in die zweite Mannschaft zu sein. Köhler agiert als eine Art zurückgezogener Spielmacher. Im Gegensatz zu Kreilach ist er offensivstärker. Gegenüber Jopek und Zejnullahu besitzt er die größere Erfahrung. „Ich komme nicht mehr so oft zum Abschluss. Ich versuche, viele Ballkontakte zu haben oder den Ball zurückzugewinnen“, sagte Köhler, der bei den Fans aber nicht unumstritten ist.

So könnte Union spielen:

Haas – Trimmel, Puncec, Leistner, Parensen – Kreilach, Köhler – Quiring, Jopek, Thiel – Polter.

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