1. FC Union : Hallo Zweite Liga

Bei Union kehrt nach der Niederlage gegen Greuther Fürth Realismus ein. Der Klub ist im Fußball-Alltag angekommen. Obendrein fällt auch noch Stürmer Shergo Biran wochenlang aus.

Katrin Schulze

Berlin - Als hätten sie sich abgesprochen. Einhelliger hätte das Fazit von Macchambes Younga Mouhani und Uwe Neuhaus jedenfalls kaum ausfallen können. „Willkommen in der Zweiten Liga“, lautete der Spruch des Abends beim 1. FC Union. Und man hätte getrost noch hinzufügen können: „Willkommen in der Realität.“ Nachdem sich die Köpenicker über acht Spieltage lang zuverlässig unter den besten drei Zweitligateams getümmelt hatten, sind sie nach der 1:2-Niederlage am Montag gegen Fürth im Fußball-Alltag angekommen.

Nun, ein vierter Platz dürfte für einen Aufsteiger immer noch mehr als passabler Alltag sein. Von mehr, einem möglichen Durchmarsch in die Bundesliga, wollte rund um die Alte Försterei in Berlin-Köpenick zuvor ohnehin niemand etwas wissen. Dennoch brauchte es noch den fußballerischen Beweis, um auch die letzten Träumer im Umfeld des Klubs davon zu überzeugen – Greuther Fürth nahm sich dieser Aufgabe am Montagabend dankend an. Gegen die Bayern „haben wir in der ersten Hälfte ein bisschen geschlafen und dumme Fehler gemacht“, sagte Mittelfeldspieler Younga Mouhani.

In der Tat ließ Union seinen Gegner viel zu einfach gewähren und provozierte ihn schon beinahe zu Toren. „Das darf uns künftig nicht mehr passieren“, sagte Younga Mouhani. „Wir dürfen nicht so viel Risiko eingehen und müssen die Anzahl an Fehlern minimieren.“ Zwar bemühten sich die Berliner gegen Fürth schon im zweiten Abschnitt darum und „hätten ein Unentschieden verdient gehabt“, wie Trainer Neuhaus fand, trotzdem reichte es nach einer schwachen ersten Hälfte nicht mehr – nach der 1:3-Niederlage in Duisburg musste Union nach vier Heimsiegen in Folge auch die erste Pleite vor eigenem Publikum hinnehmen.

Die raue Spielweise einer erfahrenen Zweitligamannschaft wie Fürth hat die Köpenicker vor Probleme gestellt und buchstäblich Spuren hinterlassen: Verteidiger Patrick Kohlmann und die Angreifer John Jairo Mosquera und Kenan Sahin konnten an der Trainingseinheit am Dienstag nur eingeschränkt teilnehmen. Stürmer Shergo Biran traf es sogar noch schlimmer, er fällt wegen einer Schultereckgelenkssprengung mehrere Wochen aus.

Auch das könnte Uwe Neuhaus den neuen Liga-Alltag erschweren. Bisher konnte der Trainer nämlich auf einen nahezu kompletten Kader zurückgreifen – nun muss er sich womöglich auf verletzungsbedingte Umstellungen einstellen.

Willkommen in der Zweiten Liga.

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