1. FC Union : Hoch bauen, tief stapeln

Der 1. FC Union startet gegen Sandhausen ins neue Zweitligajahr. Trotz guter Aussichten ist das Thema Aufstieg tabu. Verwunderlich ist das nicht: Tiefstapeln gehört zum Konzept der Köpenicker.

von
Ein Mann und seine Tribüne. Unions Präsident Dirk Zingler begutachtet die Sitze des neuen Stadionteils, der heute eingeweiht werden soll.
Ein Mann und seine Tribüne. Unions Präsident Dirk Zingler begutachtet die Sitze des neuen Stadionteils, der heute eingeweiht...Foto: Matthias Koch

Das heutige Heimspiel des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union gegen den SV Sandhausen (18 Uhr, live auf Sky) läuft unter dem Motto „Wiedergutmachung“. Die 0:2-Niederlage im Hinspiel war in die Schwächeperiode der ersten fünf Meisterschaftspartien ohne Sieg eingebettet. Dem zu dieser Zeit drohenden Abstiegskampf sind die Berliner längst entronnen. Mit Platz sieben bis zur Winterpause liegen sie entsprechend dem Saisonziel zwischen Rang fünf und sieben voll im Soll.

Der Abstand zum Relegationsplatz drei beträgt aber nur fünf Zähler. Kein Wunder, dass die 17 000 Besucher, die am heutigen Abend die Einweihung der Sitzplätze auf der neuen Haupttribüne im Stadion An der Alten Försterei erleben, gegen den Tabellen-17. einen Sieg erwarten. Sandhausen hat in dieser Saison noch keinen Auswärtssieg errungen. Geht es nach Trainer Uwe Neuhaus, soll das auch so bleiben. „Die Revanche ist geplant und gewünscht“, sagte Neuhaus, warnte aber gleichzeitig vor Übermut. Zuletzt hatte Sandhausen unter dem neuen Trainer Hans-Jürgen Boysen sechs Punkte aus fünf Spielen geholt.

Das Tiefstapeln gehört zum Konzept von Neuhaus, der seit 2007 beim 1. FC Union arbeitet. Die öffentlichen Spekulationen über die Chancen Unions, vielleicht noch richtig oben angreifen zu können, mag er nicht befeuern. „Natürlich haben wir uns Ziele gesetzt, die nach einer schlechten Startphase nicht nach unten korrigiert wurden. Wir ändern auch nichts, weil wir Kontakt nach oben haben. Wir wollen einfach gut spielen“, erklärte Neuhaus. „Deswegen werde ich so lange wie möglich mein Saisonziel verkaufen und verteidigen.“ Er spricht von Platz fünf bis sieben. „Ob die Mannschaft so viele Punkte holt, dass es am Ende vielleicht für Platz drei, vier oder fünf reicht, werden wir sehen.“

Für Union spricht, dass der Tabellenführer Eintracht Braunschweig und der Drittplatzierte 1. FC Kaiserslautern nicht mehr als Gegner auf dem Spielplan stehen. Allerdings hat Union gerade gegen vermeintlich schwächere Teams Probleme, das Spiel zu lenken. So gab es in den Auswärtspartien gegen die abstiegsgefährdeten Sandhausen und Regensburg nur jeweils einen Punkt.

Neuhaus’ Tiefstapelei vor dem Heimauftritt ist also durchaus begründet. Zumal seine Elf durch die Gelbsperre von Marc Pfertzel und die höchstwahrscheinlich drohenden krankheitsbedingten Ausfälle von Daniel Göhlert, Björn Jopek und Christian Stuff ohnehin geschwächt ist. „Wir hatten eine überragende Wintervorbereitung, sowohl was die Spiele als auch das Training angeht. So etwas habe ich bei Union bisher kaum erlebt“, sagt Neuhaus. „Bis drei Tage vor dem Sandhausen-Spiel war alles gut. Dann melden sich mit Christian Stuff, Björn Jopek und Daniel Göhlert drei Spieler krank. Das ist bitter.“

Verteidiger Stuff wird wohl durch Roberto Puncec ersetzt. Im Mittelfeld ist durch den Ausfall Jopeks jetzt Platz für Christopher Quiring. Außerdem kann Neuzugang Baris Özbek nachrücken, obwohl er sich derzeit noch mit konditionellen Problemen herumschlägt. Die Aufstellung wird auf jeden Fall spannend: Neuhaus hatte Überraschungen angekündigt. Das war jedoch, bevor bei Union die große Grippewelle ausbrach.

Autor

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben