1. FC Union : Karim Benyamina: Ehrgeizig wie früher

Karim Benyamina schiebt sich mit seinem 78. Treffer beim Zweitligisten 1. FC Union auf Platz eins der ewigen Bestenliste.

Matthias Koch
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Im Dauerjubel. Karim Benyamina trifft und trifft.Foto: ddp

Berlin - Karim Benyamina wurde am Sonnabendvormittag von einigen Mannschaftskameraden verspottet. Zum Auslaufen bei sommerlichen Temperaturen war der 27-jährige Stürmer des Fußball- Zweitligisten 1. FC Union mit einem langen schwarzen Trainingsanzug erschienen. Doch Benyamina überhörte es.

Ähnlich war der Deutsch-Algerier verfahren, als er in seinen ersten Jahren bei Union noch als Chancentod verschrien war. Nach einer 2:3-Niederlage beim MSV Neuruppin im September 2005 in der damals viertklassigen Oberliga Nord des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes wurde der Neuzugang von Babelsberg 03 von Unioner Fans auf Übelste beleidigt. „Es interessiert mich nicht, was andere sagen“, sagt Benyamina.

Diese Kritiker sind nicht nur verstummt, inzwischen bejubeln sie ihn. Das Siegtor zum 2:1 am Freitagabend im Zweitligaspiel gegen Ahlen war Benyaminas 78. Pflichtspieltreffer für den 1. FC Union. In der ewigen Bestenliste seit Klubgründung 1966 schob sich der gebürtige Dresdner damit auf den ersten Rang vor den Polen Jacek Mencel, der von ’89 bis ’94 das Union-Trikot trug. „Dass ich das geschafft habe, freut mich sehr. Man will immer die Nummer eins sein“, sagt Benyamina. Tore bestimmen schon immer das Leben von Benyamina, dem Unions Sportchef Christian Beeck vor allem wegen seiner Schnelligkeit in der Zweiten Liga etwas zutraute. Gegen Ahlen schoss er seinen vierten Zweitligatreffer. „Ich habe auch für den Berliner AK oder die Reinickendorfer Füchse meine Tore in der Oberliga gemacht. Es hat nur etwas länger gedauert, bis ich aus dieser Spielklasse herausgekommen bin“, sagt Benyamina über seine Lehrjahre in der vierten Liga.

Karim Benyamina wirkt sportlich und menschlich gereift. „Ansonsten habe ich mich nicht verändert. Ich bin immer noch genauso ehrgeizig wie früher“, sagt Benyamina. Matthias Koch

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