1. FC Union : Krebskranker Benjamin Köhler erhält neuen Vertrag

Der 1. FC Union verlängert den Vertrag des an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Benjamin Köhler. Doch sein Ausfall stellt die Köpenicker vor Probleme.

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Ob Benjamin Köhler wieder professionell Fußball spielen kann, ist nicht sicher.
Ob Benjamin Köhler wieder professionell Fußball spielen kann, ist nicht sicher.Foto: Imago

Berlin - Wenn es für Benjamin Köhler in diesen Tagen überhaupt eine einigermaßen erfreuliche Nachricht geben kann, dann ist es diese: Der 1.  FC Union hat seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag um ein Jahr bis zum 30. Juni 2016 verlängert. Die weitere Zusammenarbeit zwischen dem Fußball-Zweitligisten und seinem Mittelfeldspieler bleibt aus Sicht des Fußballers aber nicht mehr als eine nette Randnotiz.

Köhler ist im Alter von 34 Jahren an Lymphdrüsenkrebs erkrankt, ob er wieder professionell Fußball spielen kann, ist nicht sicher. Norbert Düwel glaubt dennoch fest daran: „Am Ende des Tages ist es so, dass wir alle die Hoffnung haben, dass Benny wieder zu uns zurückkehrt“, sagt Unions Trainer. Die Vertragsverlängerung trotz Krankheit versteht er als deutliches Signal. „Benny ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft und soll es auch bleiben. Deshalb gab es da gar keine Diskussion“, sagt Düwel.

Köhlers Fehlen verursacht eine gewaltige Lücke im Kader des Berliner Zweitligisten, der am Sonnabend den VfL Bochum im Stadion An der Alten Försterei empfängt (13 Uhr). Von den 19 Spielen vor der Winterpause verpasste der Mittelfeldspieler nur eins, 15 Mal stand er in der Anfangsformation. Köhler zählte während der sportlich wechselhaften Hinserie bis auf wenige Ausnahmen zu den Konstanten, im defensiven Mittelfeld bestimmte Unions ältester und erfahrenster Profi den Rhythmus und war mit seiner Übersicht und außergewöhnlichen Technik für den Spielaufbau zuständig. Ihn zu ersetzen wird für Düwel und sein Trainerteam zu den schwierigsten Aufgaben der Rückrunde zählen. Zumal Köhler nicht nur sportlich der Mannschaft fehlen wird. „Obwohl er in der Kabine kein Lautsprecher war, hat er durch seine Erfahrung und Art Fußball zu spielen gerade den Jüngeren viel mitgegeben“, sagt Düwel.

Die Jüngeren, das sind etwa Björn Jopek (21) und Erol Zejnullahu (20). Beide könnten sich in Köhlers Abwesenheit nun in den Vordergrund spielen. Zejnullahu bestreitet gerade seine erste vollständige Saison bei den Profis, vor der Winterpause stand er sieben Mal in der Anfangsformation. Seine Leistungen unterlagen aber noch den altersüblichen Schwankungen. Jopek wurde vor der Saison eine prägende Rolle im Spiel des 1. FC Union zugetraut, die in ihn gesetzten Hoffnungen konnte er aber nicht ganz erfüllen. Nun müssen beide ihr Potenzial abrufen.

Düwel wollte sich auf Nachfrage nicht konkret äußern, wie er Köhlers Ausfall zu kompensieren gedenkt. Viele Varianten lässt der Kader auch nicht zu. Martin Dausch (Duisburg), Baris Özbek (Kayserispor) und Adam Nemec (New York City FC) haben den Verein im Winter verlassen, Maximilian Thiel fällt verletzt länger aus. „Die ganze Mannschaft ist gefragt“, sagt Düwel. Sebastian Stier

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