1. FC Union : Lachend nach Leipzig

Union möchte mit einem Sieg gegen Halle Freude am DFB-Pokal entfachen. Mit der Konstellation ist allerdings nicht zu spaßen: Beide Fangruppen pflegen seit Jahrzehnten eine innige Abneigung gegeneinander. Aus Sicherheitsgründen wird daher in Leipzig gespielt.

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Gesetzt: Macchambes Younga-Mouhani hat gut lachen, denn er gehört weiterhin zum "eisernen" Stammpersonal.
Gesetzt: Macchambes Younga-Mouhani hat gut lachen, denn er gehört weiterhin zum "eisernen" Stammpersonal.Foto: dpa

Uwe Neuhaus nahm es mit Humor. Ihm blieb ja auch keine andere Wahl. Und so sagte der Trainer des 1. FC Union Berlin: „Im Pokal muss man Spaß empfinden, mehr jedenfalls als ich damals immer.“ Neuhaus musste selbst ein wenig lachen, als er daran dachte, wie wenig Erfolg er als Spieler im DFB-Pokal hatte.

Für Union beginnt heute mit dem Pokalspiel gegen den Halleschen FC (17.30 Uhr, live bei Sky) offiziell die Saison 2010/11. Und natürlich hofft Neuhaus, dass seine Spieler ihm etwas mehr Freude am DFB-Pokal bescheren, als er bisher hatte. Natürlich auch, weil Neuhaus weiß, „dass man im Pokal mit relativ wenig Spielen relativ viel erreichen kann“. Das Wichtigste ist für ihn aber, dass es endlich losgeht. Die Vorbereitung ist vorbei und mit ihr auch die Zeit des Probierens und Auslotens. Unions Trainer hat fürs Erste eine Mannschaft gefunden, über die er sagt: „Dieses Team besitzt mein Vertrauen. Die Spieler, die gegen Halle auflaufen, haben erst einmal die Nase vorn.“ Überraschungen gibt es dabei nicht, schon in den Testspielen gegen Middlesbrough und Mönchengladbach deutete sich an, auf welche Spieler Neuhaus setzt.

Gegen den Regionalligisten aus Halle wird es vor allem auf die Offensive der Berliner ankommen. Neuhaus beobachtete den heutigen Gegner bei dessen Saisonstart am vergangenen Freitag gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC. „Halle verfügt über eine starke Abwehr, da treten sie sehr organisiert auf“ , befand Neuhaus. Um den Abwehrriegel zu überwinden, wird der 50-Jährige auf eine offensive Aufstellung mit Karim Benyamina als vorderstem Stürmer und den leicht dahinter spielenden Björn Brunnemann, Santi Kolk und vermutlich Chinedu Ede setzen. Für Ede könnte aber auch der junge Christopher Quiring noch in die Mannschaft rücken.

Die Frage, wer genau auflaufen wird, bereitet Christian Beeck kein Kopfzerbrechen. Etwas heikler ist da für den Sportdirektor von Union Berlin schon die Situation vor Ort. Weil die Heimstätte des Halleschen FC derzeit renoviert wird, muss der Verein sicherheitsrelevante Partien – wie das Spiel gegen Union – im fünfzig Kilometer entfernten Leipzig im Zentralstadion austragen. Beide Fangruppen pflegen eine innige Abneigung gegeneinander, die noch aus gemeinsamen Zeiten in der DDR-Oberliga rührt. Am Freitag hatte Union bereits 3524 Karten verkauft, aus Halle werden nicht weniger Fans erwartet. Christian Beeck nennt die Sicherheitskonzeption rund um das Erstrundenspiel „sehr aufwendig“, die Leipziger Polizei will verhindern, dass sich Berliner und Hallenser Fans bei der An- oder Abreise begegnen.

Sportlich gesehen unterscheiden sich Christian Beecks Wünsche nicht von denen seines Trainers. „Es wäre schön, wenn wir mit einem Sieg gegen Halle so etwas wie Pokalatmosphäre im Verein entfachen könnten“, sagt er, ehe Beeck ebenfalls über seine eigene Zeit als Spieler lachen muss. „Ich habe gehört, dass das sehr schön sein soll.“

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