1. FC Union nach dem 1:1 gegen RB Leipzig : Die Neuzugänge müssen sich steigern

Sechs Pflichtspiele ohne Sieg: Der 1. FC Union kommt einfach nicht voran. Auch weil die neuen Spieler bisher wenig Eindruck hinterlassen haben.

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Wo bleibt Hilfe? Der 1. FC Union um Kapitän Damir Kreilach (l.) und der verletzt ausgewechselte Maximilian Thiel ließen gegen Leipzig mal wieder zwei Punkte liegen.
Wo bleibt Hilfe? Der 1. FC Union um Kapitän Damir Kreilach (l.) und der verletzt ausgewechselte Maximilian Thiel ließen gegen...Foto: dpa

Beim Eishockey gibt es eine Statistik, die darüber Auskunft erteilt, wann ein Spieler auf dem Eis stand, bei Toren für die eigene Mannschaft oder bei Gegentoren. Gut für Stephan Fürstner, dass solche Werte im Fußball weniger Beachtung erfahren. Als Fürstner am Freitagabend ins Spiel kam, führte sein 1. FC Union noch 1:0 gegen RB Leipzig. Am Ende stand es 1:1. Den Mittelfeldspieler traf am späten Eigentor von Michael Parensen keine Schuld, aber seine Einwechslung verfehlte auch den gewünschten Effekt. Fürstner konnte das Berliner Spiel nicht stabilisieren, als Leipzigs Druck immer größer wurde. Gerade dafür war er aber im Sommer geholt worden.

Die Realität ist eine andere. Union wartet nach dem vierten Unentschieden im fünften Zweitligaspiel weiter auf den ersten Saisonsieg und findet sich im unteren Drittel der Tabelle wieder. Und Stephan Fürstner? Der saß gegen Leipzig erneut nur auf der Bank, wie schon in der Vorwoche gegen 1860 München. Trainer Norbert Düwel gab dem 20 Jahre alten Eroll Zejnullahu den Vorzug. An der Person Fürstners zeigt sich ein Problem der Berliner, das zum mäßigen Saisonstart beiträgt: Von den Neuzugängen kommt noch zu wenig. Neun Neue hatte der 1. FC Union vor der Saison geholt, gegen Leipzig stand nur einer in der Startformation: Bobby Wood. Benjamin Kessel, der bisher in jedem Spiel von Beginn an eingesetzt wurde, fehlte gesperrt. Fürstner, Dennis Daube, Denis Prychynenko, Raffael Korte und Adrian Nikci saßen nur auf der Bank. Kenny Prince Redondo und Collin Quaner gehörten nicht einmal zum Kader. Trainer Norbert Düwel versuchte zu relativieren: „Es ist ganz normal, dass die Neuen es etwas schwerer haben, sich zurecht zu finden. Manchmal geht das schneller, manchmal langsamer. Ich glaube aber, wir sind in dieser Hinsicht im Soll.“

Gegen RB Leipzig stand nur ein Neuzugang in Unions Startelf

In der Praxis sieht das anders aus. Bis auf Wood und Kessel spielt Union mal mehr, mal weniger mit der gleichen Mannschaft der vergangenen Saison, weil sich die Neuen nicht aufdrängen. „Wir schauen, wer zu wem passt. Die elf vermeintlich Besten laufen auf“, sagt Düwel. An der Spielanlage hat sich wenig verändert. Das hatte sich Unions Trainer ursprünglich anders vorgestellt, auch wenn er sagt, es sei ganz normal, dass alle Neuen nicht gleich immer spielen. Seine Idee war es, mithilfe von Fürstner und Daube im Mittelfeld mehr Dominanz auszuüben und mehr Ballbesitz zu erlangen. Gegen RB Leipzig, der in dieser Hinsicht wohl besten Mannschaft der Zweiten Liga, hatten die Berliner mit Steven Skrzybski, Eroll Zejnullahu und Damir Kreilach im Mittelfeld oft Mühe, den Ball länger in den eigenen Reihen zu halten. RB kombinierte flüssiger, Union lauerte auf Konter. Zum Agieren fehlt nach sechs Pflichtspielen ohne Sieg das volle Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. „Wir müssen uns alles gerade hart erarbeiten, mit einem Sieg würde vieles leichter fallen“, sagt Parensen, der Unions Führung durch Sören Brandy per Kopfball vorbereitet hatte. Unions Innenverteidiger glaubt, dass die Mannschaft in den kommenden Wochen noch weiter zusammenwachsen muss. „So ganz passt das Bild noch nicht“, sagt Parensen.

Nicht ausgeschlossen, dass der Verein bis zum Ende der Transferfrist am Montag um 18 Uhr noch mal aktiv wird. „Wenn sich was ergibt, sind wir bereit. Wir sondieren den Markt“, sagt Düwel, der die anstehende Länderspielpause mit einem Kurztrainingslager in Kienbaum intensiv nutzen will. In der Abgeschiedenheit Brandenburgs soll unter anderem die Integration der neuen Spieler vorangetrieben werden.

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